Organisation, Führung und Personalarbeit als Strategietreiber

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(Grafik: Gerd Altmann, pixabay.com)

In der aktuellen Situation der Verwaltungsdigitalisierung sind die hard facts mittlerweile vorhanden: digitale Werkzeuge, gesetzliche Grundlagen und finanzielle Ressourcen stehen bereit. Was häufig noch fehlt ist eine „Digitalkultur“, die konsequent digitale Lösungen entwickelt, bereitstellt und nutzt. Dazu müssen Verwaltungsleitungen, Führungskräfte und Mitarbeiter:innen den nächsten Schritt gehen. Sie werden so zu Treibern der Digitalstrategien der öffentlichen Verwaltung in Deutschland. Drei Elemente helfen dabei:

Organisationskultur aktiv entwickeln

Die fachliche Diskussion ist in Bezug auf die Digitalisierung von Verwaltungsstrukturen, -systemen und –prozessen häufig geprägt von technischen und Diskussionen um die passenden Systeme (z.B. Automatisierung mit RPA, e-Akte, Portale usw.). Das ist richtig, wird aber für eine nachhaltige Umsetzung nicht ausreichen. Verwaltungen müssen sich die Frage stellen, welche prozessualen, systemischen und strukturellen Voraussetzungen geschaffen sein müssen, um diese technischen und fachlichen Digitalisierungspotentiale erfolgreich umsetzen zu können. Solche Voraussetzungen sind häufig kultureller Natur: Haben wir eine Kultur des Experimentierens in unserer Verwaltung? Eine Kultur des eigenverantwortlichen Lernens? Des „Ja, und…“ statt eines „Ja, aber…“? Mit gezielter Organisationsentwicklung sind solche Kulturen entwickelbar.

Führungskräfte mit Vorbildfunktion

Diskussionen um den vermeintlich allgemeingültigen „besten“ Führungsstil gibt es reichlich. Zumeist führen sie jedoch zu derselben Erkenntnis: „Es kommt eben darauf an“. In der aktuellen Situation der Notwendigkeit, Neues, Digitales zu implementieren und Mitarbeiter:innen und Bürger:innen digital zusammenzubringen bedeutet gelungene Führung, das Handeln von Individuen, Gruppen und/oder Organisationen auf die Verwirklichung eines Ziels auszurichten.

Eine digitale Verwaltungskultur fördernde Führungskräfte sind proaktive Gestalter von Veränderung. Sie zeichnen sich durch Entscheidungsfreude und hohe Flexibilität aus. Sie geben ihren Mitarbeiter:innen Freiräume und Rückhalt für ein Ausprobieren neuer Lösungen. Und gerade Corona hat gelehrt: motivierende Führung achtet auf Resultate, nicht auf Präsenz. Sind Prozesse in den Behörden einmal digitalisiert, sind auch diese ortsungebunden nutzbar. Führung geht hier mit, besser noch geht voraus. Dennoch bedeutet – ganz kontraintuitiv – resultatorientierte Führung eher mehr Kontakt zu den Mitarbeitenden als bislang, trotz räumlicher Distanz.

Strategische Personalarbeit

Zentral für den Anstoß einer digitalen Transformation ist eine Festlegung der strategischen Zielsetzung, beispielsweise durch die Entwicklung einer Digitalstrategie. Verbunden mit einer so angestoßenen Veränderung von Arbeitsweisen, Arbeitsmitteln und Aufgaben, die neu hinzukommen, sich verändern oder ganz wegfallen, ist eine strategische Personalarbeit, die die Mitarbeitenden ins Zentrum rückt und organisational verankert ist.

René Ruschmeier, Director Public Sector, Kienbaum Consultants International GmbH.

Um Serviceprozesse umfassend und tiefgreifend zu digitalisieren sind die Voraussetzungen vorhanden. Digitale Werkzeuge, gesetzliche Grundlagen und finanzielle Ressourcen stehen bereit. Was noch fehlt, ist eine nachhaltige Digitalkultur und der Wille, Digitalstrategien proaktiv zu gestalten. Wie dies funktioniert und was dabei wichtig ist, erfahren Teilnehmer der digitalen Diskussionsrunde, die der Behörden Spiegel gemeinsam mit Kienbaum Consultants International zum Thema “Strategietreiber der Digitalisierung – drei Elemente” veranstaltet. Die Online-Diskussionsrunde findet am 4. Dezember 2020 von 10-12 Uhr statt. Eine Anmeldemöglichkeit sowie alle anderen Informationen finden sich unter diesem Link.

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