Wolski meint

0
183
Generalmajor a. D. Reinhard Wolski, Dipl.-Ing. (Univ.), ist Experte des Behörden Spiegel und war in seiner letzten Verwendung Chef des Amtes für Heeresentwicklung. (Foto: privat)

Das durch die Stiftung Wissenschaft und Politik herausgegebene Positionspapier von Dr. Hans-Peter Bartels und Generalleutnant a.D. Rainer L. Glatz ist ein guter Denkanstoß für weitere Untersuchungen. Nach einer Rückschau über vergangene Reformen beschreibt die Studie Unzulänglichkeiten im Rüstungsprozess und fordert u.a. auch die Verantwortlichkeit für das Wehrmaterial nach Einführung in der Nutzungsphase den Teilstreitkräften zu übergeben und Kommandeure wieder für Materialerhaltung verantwortlich zu machen.

Das ist prinzipiell natürlich richtig, stößt aber bei den heutigen digitalen Waffensystemen an die Grenzen eines Verbandes, auf Grund der Komplexität von Softwarepflege und -änderung. Ein weiterer Aspekt, der in der Studie zu hinterfragen ist, ist die Feststellung, dass es für die kollektive Verteidigung einer nationalen Führungsorganisation nicht bedürfe. Nach NATO-Vorschriften werden Verbände und Großverbände durch die Nationen aufgestellt, ausgebildet, in eine Assembly Area verlegt und dort an die NATO-Kommandeure übergeben. Eine deutsche Division müsste also ggf. an die Südflanke der NATO verlegt und dort “Full Operational” übergeben werden. Diese nationale Aufgabe muss deshalb durch eine schlanke, die Führungsgrundgebiete J1 bis J9 reflektierende Struktur von der Bundeswehrführung bis in die Großverbandsebene wiedergegeben werden.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here