Hamburger Schiffsregister läuft digital

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Das Schiffsregister des Hamburger Hafens ist seit dem Sommer digital. (Foto: videomaxic, pixabay.com)

Mit rund 6.200 Eintragungen ist das Hamburger Schiffsregister das größte in Deutschland. 4.607 See-, 1.571 Binnenschiffe und 41 Schiffsbauwerke waren mit Stand Oktober 2020 in der Liste registriert, die älteste Eintragung stammt noch aus dem 19. Jahrhundert. So wurde das Register die letzten knapp 140 Jahre auch komplett in Handarbeit geführt. Einträge und Änderungen wurden per Hand verzeichnet und Auskünfte zu Schiffen mussten schriftlich angefordert werden. Doch die Zeit der Zettelwirtschaft ist in diesem Sommer zu Ende gegangen, denn seit einigen Monaten führt das Amtsgericht Hamburg sein Schiffsregister vollständig digital.

Die Behörde für Justiz und Verbraucherschutz und die Wirtschaftsbehörde haben das Schiffsregister zu einem modernen Online-Portal umgebaut. Die Hamburger Register über die Seeschiffe, Binnenschiffe und Schiffsbauwerke werden nun elektronisch geführt. Registerausdrucke und Schiffspapiere wie Zertifikate werden elektronisch und automatisiert erstellt. Das spart Zeit und Geld. Außerdem ist das Portal ein einfacher Weg für Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger, an Registerausdrucke zu gelangen. Diese können nun online beantragt werden. Die Kosten für die Digitalisierung des Schiffsregisters liegen bei rund 2,2 Millionen Euro. Das Vorhaben ist Teil der Digital-First-Strategie der Freien und Hansestadt Hamburg, erklärt Justizsenatorin Anna Gallina: “Wir treiben die digitale Modernisierung der Verwaltung weiter voran und beenden die mühsame Handarbeit beim Schiffsregister. Das entlastet die Verwaltung, baut Bürokratie ab und erleichtert die Arbeit im Amtsgericht. Wir bieten damit den Reederinnen und Reedern einen zeitgemäßen Service. Mit dem digitalen Schiffsregister sind wir ein Pionier in Deutschland und machen Hamburg als Schifffahrts- und Rechtsstandort noch attraktiver.” Und während Ralf Nagel, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Verbandes Deutscher Reeder, im Zuge der Bekanntmachung noch hofft, “dass sich andere Bundesländer diesem möglichst bald anschließen. Schiffsverkäufe sind oft zeitkritisch, eine Digitalisierung ist hier äußerst wünschenswert”, kann Hamburg bereits seinen ersten Partner verkünden, denn mit dem zweiten Hanse-Stadtstaat Bremen hat sich ein weiteres Land dem digitalen Schiffsregister angeschlossen.

Anbindung von Notaren etc. geplant

Bisher mussten Einträge und Änderungen in den Akten von Hand vorgenommen werden. Die Register wurden in langen Hängeregistern durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle auf dem aktuellen Stand gehalten, verwaltet und durch physisches Weiterschreiben fortgeführt. Unterschriften, Kopien und Versand der Akten waren umständlich und teuer in der weltweiten und in unterschiedlichen Zeitzonen ausgerichteten Schifffahrt, in der Schiffsverkäufe oft zeitkritisch sind.

Als nächster Schritt ist geplant, dass Notarinnen und Notare, Anwältinnen und Anwälte sowie Reederinnen und Reeder zu jeder Zeit auf das Schiffsregister zugreifen können. Außerdem sollen künftig alle Schriftstücke und Schiffspapiere auch elektronisch versendet werden. Über eine entsprechende Initiative sprechen die Justizministerinnen und Justizminister bei ihrer Konferenz Ende November. Damit würde die gesetzliche Möglichkeit zur Erteilung digitaler Schiffsurkunden eröffnet.

Zentrale Datenbank

Im Schiffsregister werden unter anderem Eigentumsverhältnisse und auf dem Schiff liegende Hypotheken dokumentiert. Eintragungspflichtig sind Seeschiffe, wenn die Rumpflänge 15 Meter übersteigt. Binnenschiffe sind ab einer Wasserverdrängung von 10 Kubikmetern oder einer Tragfähigkeit von mindestens 20 Tonnen eintragungspflichtig.

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