Handlungsschwerpunkt Datenschutz

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Priorität Bürgerdaten: Für Landes-CIO Randolf Stich müssen Verwaltungsdigitalisie ung und Datenschutz auf ein gemeinsames Tempo gebracht werden. (Foto: MdI RLP)

Wie kein Jahr zuvor hat das Corona-Jahr 2020 der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung entscheidende Impulse gegeben. Doch hat der digitale Fortschritt seine Schattenseiten. Qualität und Quantität von Cyber-Angriffen nehmen kontinuierlich zu, warnt Randolf Stich, Staatssekretär im Ministerium des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz und Beauftragter des Landes für Informationstechnik (CIO), auf dem Online-Kongress “Digitale Sicherheit Rheinland-Pfalz”.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Digitalisierungsgrad der öffentlichen Verwaltung sind vielfältig, am greifbarsten werden sie jedoch beim Thema Homeoffice. Belief sich die Kapazität der Telearbeitsplätze zu Beginn der Pandemie Mitte März noch auf rund 5.000, so liege man aktuell bei 15.000 Zugängen, sagt Landes-CIO Randolf Stich. Die Verlagerung der Arbeit ins Homeoffice mag in Zeiten der Kontaktbeschränkungen sicher ein großer Beitrag zum Infektionsschutz sein, die Angriffsfläche für Attacken aus dem Cyber-Raum habe sich durch den enormen Anstieg der Remote-Arbeit aber erheblich vergrößert, führt Stich aus. In Anbetracht der Gefahrenlage bilde der Schutz von Verwaltungs- und Bürgerdaten einen zentralen Handlungsschwerpunkt der digitalen Agenda in Rheinland-Pfalz. Bereits in der Strategie für das digitale Leben habe man entsprechend festgehalten, dass die digitale Landesverwaltung sicherstellen werde, dass Datenschutz und Informationssicherheit mit der zunehmenden Digitalisierung der Verwaltung Schritt halten müsse. Für Stich habe man die eigenen Ziele dabei noch übertroffen: Wenn man betrachte, was man in den letzten Jahren an IT-Sicherheitsinfrastrukturen aufgebaut habe, sei die Wendung des Strategiepapiers noch zurückhaltend formuliert. Heute verfüge man über ein geschlossenes IT-Sicherheitssystem, das von der Datenspeicherung bis hin zum Nutzer höchsten Anforderungen an Datensicherheit genüge.

Gleichzeitig weist Stich darauf hin, dass eine sichere Infrastruktur allein nicht ausreiche, um den Datenschatz der öffentlichen Verwaltung rundum zu schützen. Aus dem Grund habe man ein Informationssicherheitsmanagement eingerichtet, das, an den Standards des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ausgerichtet, alle Beteiligten mitzunehmen versuche. Stichwort: Vernetzung. Die implementierten Lösungen umfassten dabei eine verbindliche Leitlinie Informationssicherheit für die gesamte Landesverwaltung ebenso wie die Funktion eines Chief Information Security Officers (CISO) und schließlich auch das CERT-RLP.

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