Wolski meint

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Generalmajor a. D. Reinhard Wolski, Dipl.-Ing. (Univ.), ist Experte des Behörden Spiegel und war in seiner letzten Verwendung Chef des Amtes für Heeresentwicklung. (Foto: privat)

Die beachtenswerte zweite Grundsatzrede der Bundesministerin für Verteidigung spricht unter anderem an, dass die USA 70 Prozent der “Strategic Enabler” in der NATO stellen. Um die Möglichkeit des Wegfalls solcher Enabler handelt es sich im Wesentlichen auch bei dem angekündigten, verfrühten Teilabzug von U.S.-Streitkräften aus Afghanistan. Und hier ist der Haken: Es ist nicht nur die Verfügbarkeit amerikanischer Enabler gewesen, sondern auch immer der Wille, diese in kritischen Situationen in Afghanistan zum Schutz der internationalen Kräfte einzusetzen. Auch die Bundeswehr verfügt über durchaus leistungsfähige taktisch-operative Enabler (z.B. Luftangriffskräfte), der Wille zum kinetischen Einsatz dieser Mittel war aber nicht zu beobachten.

Dies muss sich bei zukünftigen Mandaten ändern. Die durch die Bundesministerin dezidiert angesprochenen priorisierten Rüstungsprojekte Eurofighter, NH90 sowie Drohnen (in dieser Aufzählung fehlt Upgrade oder Beschaffung leistungsfähiger Kampfhubschrauber des Heeres) sind nur zielführend, wenn der Wille zum Einsatz dieser Mittel in der Bündnisverteidigung und dem Krisenmanagement auch mandatiert wird, und Deutschland sich nicht bei der Anwendung notwendiger robuster Einsatzregeln wieder auf andere Nationen verlässt. Das ist jetzt die (eigentlich nicht) “neue” Verantwortung Deutschlands in Europa und in der NATO.

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