Britische Grundsatzrede zu den Streitkräften

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(Screenshot: HM Government)

Vergangenen Donnerstag hielt auch der britische Premierminister Boris Johnson eine Grundsatzrede zur Verteidigung vor dem House of Commons. Hierin bezeichnete das Oberhaupt der britischen Regierung den Ausbau der Fähigkeiten und die Ausrüstung der Streitkräfte mit modernsten Systemen als eine der Hauptaufgaben der Regierung, um die Werte, an die Großbritannien glaubt – Meinungsfreiheit, Menschenrechte – zu schützen.

“Auf der Grundlage unserer Einschätzung der internationalen Lage und unserer außenpolitischen Ziele habe ich beschlossen, dass die Ära der Kürzung unseres Verteidigungshaushalts zu Ende gehen muss – und sie endet jetzt”, betonte Johnson. “Ich erhöhe den Verteidigungsetat in den nächsten vier Jahren um 24,1 Milliarden Pfund (rund 26,97 Milliarden Euro, Anm. d. Red.). Das sind 16,5 Milliarden Pfund mehr als in unserer Verpflichtung zugesagt. Hiermit erhöhen wir diesen Anteil am BIP auf mindestens 2,2 Prozent und übertreffen somit unsere NATO-Zusage. Wir investieren in den nächsten vier Jahren 190 Milliarden Pfund, mehr als jedes andere europäische Land und mehr als jeder andere NATO-Verbündete mit Ausnahme der Vereinigten Staaten.” Diese Entscheidung habe er trotz der Pandemie getroffen, “weil die Ausrüstung unserer Streitkräfte langfristige Investitionen erfordert und unsere nationale Sicherheit in 20 Jahren von den Entscheidungen abhängen wird, die wir heute treffen”.

Dies bedeute ebenfalls eine Priorisierung der Beschaffung, bei der Johnson die neuen Waffensysteme vor allem in ihrem Nutzen für den vernetzten Einsatz betrachtet wissen will. Die Regierung werde ihre “neuen Investitionen auf die Technologien konzentrieren, die die Kriegsführung revolutionieren, indem wir unsere militärischen Mittel zu einem einzigen Netzwerk zusammenschmieden, das darauf ausgerichtet ist, den Feind zu überwinden”.

“Ein Soldat in feindlichem Territorium wird vor einem Hinterhalt gewarnt durch Sensoren, die sich auf Satelliten oder Drohnen befinden und die sofort Warnungen senden, mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz die optimale Reaktion ausarbeiten und eine Reihe von Optionen anbieten, von der Anforderung eines Luftschlages über die Anordnung eines Drohnenschwarmangriffes bis hin zur Lähmung des Gegners durch Cyberwaffen”, beschrieb Johnson das neue Gefecht. “Unsere Kriegsschiffe und Kampffahrzeuge werden gerichtete Energiewaffen mitführen und Ziele mit unerschöpflichen Lasern zerstören. Für sie wird der Ausdruck ‘keine Munition mehr’ ohne Bedeutung sein.”

Ein weiterer wichtiger Schritt sei die Sicherstellung der Zukunftsfähigkeit. Johnson sagte: “Wir werden weitere 1,5 Milliarden Pfund in die militärische Forschung und Entwicklung investieren, um die neuen Technologien der Kriegsführung zu beherrschen. Und wir werden ein neues Zentrum für Künstliche Intelligenz und ein neues RAF-Weltraumkommando einrichten, das britische Satelliten und unsere erste Rakete 2022 von Schottland aus starten wird.”

Gleichzeitig betonte Johnson, dass die Sicherheit und der Wohlstand Großbritanniens schon immer mit den Fähigkeiten seiner Seestreitkräfte eng verbunden gewesen seien. Eine Prämisse, die heute weiterhin uneingeschränkte Gültigkeit besäße. “Wir werden unsere zusätzlichen Verteidigungsausgaben nutzen, um Großbritanniens Position als führende Seemacht in Europa wiederherzustellen, indem wir unsere Pläne für acht Type 26 Fregatten und fünf Type 31 Fregatten vorantreiben”, so Johnson. Hinzu käme der Ausbau der Trägerverbände. “Wir werden die nächste Generation von Kriegsschiffen entwickeln, darunter Mehrzweckforschungsschiffe und Type 32 Fregatten. Dies wird eine Renaissance des britischen Schiffbaus in ganz Großbritannien – in Glasgow und Rosyth, Belfast, Appledore und Birkenhead – beflügeln, Arbeitsplätze sichern und die Vorteile für unser Land im weißen Licht des Schweißbrenners erhellen. Wenn es eine Politik gibt, die das Vereinigte Königreich in jeder möglichen Hinsicht stärkt, dann ist es der Bau weiterer Schiffe für die Royal Navy.”

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