Erster Brennstoffzellen-LKW in Deutschland rollt durch Düsseldorf

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“Dank” Corona fand die Indienststellung des Wasserstoff- LKW nur im kleinen Kreis statt: (v.li.) Holger te Heesen (Betreiberfirma ABC-Logistik), Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Oberbürgermeister Dr.Stephan Keller und Dr. Frank Koch (EnergieAgentur NRW). (Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/M. Zanin)

Vor wenigen Wochen ist die Modellregion Wasserstoffmobilität NRW “Düssel.Rhein.Wupper” in die Arbeit gestartet und kann schon das erste wegweisende Testprojekt vorweisen. Denn im Rahmen des grenzüberschreitenden Projektes “H2-Share” wird in der Düsseldorfer Region ein wasserstoffbetriebener Brennstoffzellen-LKW unterwegs sein, um Daten für die spätere Marktrealisierung zu sammeln. Düsseldorf ist die einzige Testregion in Deutschland; insgesamt wird der emissionsfreie Wasserstoff-Brennstoffzellen-LKW im schweren Güterverkehr in sechs nordwesteuropäischen Regionen erprobt. Die Siegerregion des Wettbewerbs Modellregion Wasserstoffmobilität NRW wird das Fahrzeug im innerstädtischen Lieferverkehr einsetzen.

Der nordrein-westfälische Wirtschafts- und Energieminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart sieht das Projekt als zentralen Baustein für einen emissionsfreien Verkehr der Zukunft, denn “Wasserstoff ist für das Gelingen der Energiewende und zur Erreichung der Klimaschutzziele essenziell. Durch die konsequente Nutzung im Verkehrsbereich und in der Industrie ließen sich ein Viertel der heute anfallenden Emissionen vermeiden. Nordrhein-Westfalen hat sich mit seiner Wasserstoff-Roadmap ehrgeizige Ziele gesetzt und wird den Aufbau einer zukunftsweisenden Wasserstoffwirtschaft in den nächsten Jahren deutlich beschleunigen. Wir freuen uns, dass es mit Hilfe der EnergieAgentur.NRW gelungen ist, den einzigen deutschen Praxistest eines wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellen-LKW in die Modellregion Wasserstoffmobilität NRW zu holen. Wir unterstützen die Region nach Kräften und werden alle Fördermöglichkeiten nutzen, die ambitionierten Ziele unserer Wasserstoff-Roadmap Nordrhein-Westfalen zu erreichen: Im Jahr 2025 möchten wir 400 Brennstoffzellen-LKW in Nordrhein-Westfalen auf der Straße sehen.”

Im Rahmen des Testbetriebs sollen die Projektteilnehmer Erfahrungen für einen späteren Markthochlauf der Brennstoffzellentechnologie im Bereich des schweren Güterverkehr sammeln. Der Einsatz des 27-Tonnen Lkw der niederländischen Firma VDL wird an europaweit insgesamt sechs Standorten getestet. Während des Praxistests, der bis Weihnachten 2020 läuft, wird der LKW an einer im vergangenen Jahr eröffneten Wasserstofftankstelle in Düsseldorf-Holthausen betankt. Teil des Projekts ist aber auch die Entwicklung einer mobilen Wasserstofftankstelle durch die Firma Wystrach GmbH aus Weeze am Niederrhein. Das Projekt H2-Share wird durch das Interreg-Programm Nordwesteuropa mit 1,7 Millionen Euro an EU-Mitteln gefördert.

Nachdem die Region DüsselRheinWupper vor wenigen Wochen den Landeswettbewerb “Modellregion Wasserstoffmobilität NRW” gewinnen konnte, will Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, nun eine Vorreiterrolle einnehmen und diese mit ehrgeizigen Zielen ausbauen: “In den nächsten zehn Jahren sollen in der Region Düssel.Rhein.Wupper 200 Brennstoffzellen-Lkw 140 Brennstoffzellen-Busse und sowie mehrere Sonderfahrzeuge mit grünem Wasserstoff unterwegs sein.” Im Landeswettbewerb hatte sich die Region mit ihren Planungen, Wasserstoff zunächst durch den biogenen Anteil von Müllheizkraftwerken, später auch durch Erneuerbare Energien vor Ort zu erzeugen, durchgesetzt. Genutzt werden soll dieser grüne Wasserstoff dann vor allem von Nutzfahrzeugen sowie von kommunalen Fahrzeugen und Unternehmensflotten. Darüber hinaus will die Gewinnerregion den Wasserstoff als Speicher für regenerativ erzeugten Strom nutzen, wenn die Stromnachfrage vor Ort gering ist.

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