Türkei stoppt Bundeswehr-Aktion

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(Foto: Bundeswehr, Carsten Vennemann)

Die deutsche Fregatte “Hamburg” (Foto) hat am Sonntag den türkischen Frachter “Rosaline A” rund 200 Kilometer nördlich der libyschen Küste gestoppt, um ihn nach illegalen Waffen für das nordafrikanische Bürgerkriegsland zu untersuchen. Im Rahmen der EU-Mission EUNAVFOR MED IRINI soll u. a. der Waffenschmuggel nach Libyen unterbunden werden.

Stunden, nachdem Bundeswehr-Soldaten das Schiff betreten hatten, legte die türkische Regierung förmlichen Protest ein und forderte die sofortige Beendigung der Durchsuchung. Aus Sicherheitsgründen verließen die Deutschen erst gestern Morgen den Frachter. Die EU-Kommission ließ dazu erklären, dass Staaten, unter deren Flagge ein verdächtigtes Schiff fahre, auch das Recht habe, Kontrollen zu verbieten.

Trotzdem führte das Vorgehen der Regierung in Ankara zu Irritationen in den deutsch-türkischen Beziehungen. Bis zum Abbruch der Untersuchung war allerdings nichts Verdächtiges in dem Frachter gefunden worden.

Da der Boarding-Befehl an die deutsche Fregatte vom griechischen Commodore Theodoros Mikropoulos, seit 19 Oktober “Force Commander” der Operation IRINI, erteilt worden ist, wird spekuliert, dass diese Anweisung mit den aktuell ausgesprochen schlechten Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei zusammenhängen könnte. In jedem Fall ist innerhalb der NATO diplomatisches “Geschirr” zu Bruch gegangen.

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