“#SheTranformsIT” – Neue Initiative für mehr Frauen in der Digitalisierung

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Frauen haben eine große Geschichte in der IT, werden seit einigen Jahrzehnten in diesem Bereich aber marginalisiert. Dies zu ändern ist die Motivation hinter der Initiative #SheTransformsIT. (Grafik: Initiative #SheTransformsIT)

Obwohl seit Jahren viel über mehr weiblichen Input in der Digitalisierung von Staat, Verwaltung und Gesellschaft geworben wird, sind die nackten Zahlen diesbezüglich weiterhin ernüchternd: Nur jede sechste IT-Fachkraft (17 Prozent) ist weiblich, nur jede siebte Bewerbung auf einen IT-Job (15 Prozent) kommt von einer Frau. Um die Rolle von Frauen beim digitalen Wandel zu stärken und den Wandel hin zu mehr Frauenanteilen in der Digitalisierung proaktiv zu fördern, hat sich das Bündnis “#SheTransformsIT” gegründet.

Der Initiative gehören eine Reihe von prominenten Frauen aus Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben an, wie beispielsweise Digital-Staatsministerin Dorothee Bär, SPD-Co-Parteichefin Saskia Esken, die Vorstandsvorsitzende der DB Cargo, Dr. Sigrid Nikutta oder die Programmiererin und Bestseller-Autorin Aya Jaff; unterstützt wird sie zudem von vielen Initiativen und Institutionen wie beispielsweise dem Digitalverband Bitkom, der Initiative D21 sowie von Deutscher Bahn, Deutscher Post und beispielsweise dem IT-Konzern SAP.

Erster Auftritt auf dem Digitalgipfel

Erstmals in der Öffentlichkeit präsentiert hat sich die Initiative Anfang der Woche im Rahmen des Digital-Gipfels der Bundesregierung. Susanne Dehmel aus der Bitkom-Geschäftsleitung ist eine der rund 50 Vertreterinnen aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Medien und Wissenschaft, die den Gründungsaufruf unterzeichnet haben. Für Sie ist Digitalisierung nicht nur Innovation und wirtschaftlicher Erfolg, sondern auch gesellschaftlicher Aufbruch: „Damit verbunden ist das Versprechen, dass alle an der Digitalisierung gleichberechtigt teilhaben und sie mitgestalten können. Dementsprechend sollten Frauen in der Digitalwirtschaft viel stärker aktiv werden. Diversität und Vielfalt sind Werte an sich, und wenn Frauen die Digitalisierung aktiv mitgestalten, wird das zu mehr Innovationen, Erfolg und Teilhabe führen“, sagt Dehmel. Zudem wirke sich der geringe Frauenanteil auch negativ auf den IT-Arbeitsmarkt aus. Dehmel: „In allen Branchen werden IT-Fachkräfte händeringend gesucht, Zehntausende Stellen können nicht besetzt werden. Dem Fachkräftemangel können wir wirksam begegnen, wenn wir mehr Frauen für IT-Jobs begeistern.“ Für die bayerische Digitalministerin Judith Gerlach ist das Einbeziehen von Frauen zudem ein Schlüsselfaktor zur Bewältigung der anstehenden Aufgaben: “Wenn wir die digitale Transformation erfolgreich meistern wollen, können wir nicht auf eine Hälfte der Bevölkerung verzichten!”, so die Ministerin in einem Tweet zum Start der Initiative. Und die Geschäftsführerin der Initiative D21, Lena-Sophie-Müller, will mit #SheTransformsIT dafür sorgen, dass unbewusste und systemische Vorurteile im Denken von Mensch und Maschine möglichst bald der Vergangenheit angehören: “Unconscious Bias ist ein Problem. Denn unbewusste Vorurteile verhindern Vielfalt. Das Ausmaß wird unterschätzt, nimmt im Datenzeitalter aber täglich zu. Für eine gerechtere Welt möchte ich daher mehr Vielfalt in den Köpfen und in den Daten sehen!”.

Konkret setzt sich die Initiative “#SheTransformsIT” für Reformen in der Bildung, einen Wandel in der Unternehmenskultur und mehr Sensibilität für Genderstereotype ein, um die sogenannte Gender Bias und andere Nachteile für Frauen in allen Bereichen der IT so schnell wie möglich zu überwinden. Dabei haben die Gründerinnen zum Start einige Forderungen für vier Felder präsentiert:

Bildung

  • Schülerinnen schon in jungen Jahren für Digitalisierung begeistern und digitale Kompetenzen vermitteln
  • Lehrkräfte in der Förderung von Schülerinnen bestärken
  • Studiengänge und Weiterbildungsangebote speziell für Frauen entwickeln
  • weibliche Vorbilder sichtbar machen

Unternehmenskultur

  • Frauen in Digital-Jobs holen und halten, Kulturwandel in Tech-Unternehmen und IT-Abteilungen fördern, Vereinbarkeit von Beruf und Familie stärken
  • Digitalgründerinnen stärken und sichtbar machen, Zahl der Investorinnen in den Venture Capital Fonds erhöhen

Medien und Öffentlichkeit

  • Frauen in die digitale Öffentlichkeit bringen, gegen Online-Anfeindungen vorgehen, weibliche Vorbilder medial bespielen
  • Stereotypen in Schul- und Kinderbüchern entgegentreten, Genderneutralität als Auflage für Schulbücher festlegen, Label für Werbung ohne Technik-Stereotype einrichten

Politik

  • Mitgestaltung des regulatorischen Rahmens für die digitale Transformation durch Frauen
  • Vergabe von öffentlichen Aufträgen unter gendergerechten Kriterien

Weitere Informationen zur Initiative gibt es unter www.SheTransformsIT.de. In den sozialen Netzwerken kann – und soll – unter #SheTransformsIT diskutiert werden.

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