Laserwaffen für die Bundeswehr

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(Foto: Rheinmetall)

Die Bundeswehr erhält Laserwaffen. Das BAAINBw hat einen entsprechenden Vertrag zur Herstellung eines Laserquellen-Demonstrators mit Rheinmetall geschlossen. Der Vertrag hat ein Volumen im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Hierbei handelt es sich erst einmal nur um den Laser. Das Gesamtsystem besteht allerdings aus mehr als nur dem Laser und im Grunde ist das Erkennen und Verfolgen die entscheidende Leistung. Das BAAINBw hatte bereits vor mehreren Jahren ein Pilotprojekt zur Ermittlung des Nutzens von Laserwaffen gestartet. Hintergrund ist, dass Laserwaffen keinerlei Munitionsbevorratung erfordern. Sie eignen sich vor allem für Marine-Einheiten, bei denen Strom unbegrenzter vorhanden ist als Stauraum. Auch die USA haben bereits Laserwaffen erfolgreich zur Selbstverteidigung auf ihren Schiffen eingesetzt.

Seinerzeit beauftragte das BAAINBw zwei Unternehmen mit der Entwicklung von Demonstratoren: MBDA Deutschland und Rheinmetall. Beide konnten zum Ende der Laufzeit mit funktionsfähigen Lasern aufwarten, was Deutschland mit an die Spitze der Entwicklung von Laserwaffen brachte. MBDA konzentrierte sich bei seinem Demonstrator auf die militärisch wichtigen Fähigkeiten und nutzte zur Erzeugung des Strahls einen Industrielaser. In der Industrie sind Laser etwa zum Schneiden von Metall bereits seit Jahrzehnten in Gebrauch, die Leistung erweis sich auch für militärische Zwecke als ausreichend.

Rheinmetall ging hingegen in die Entwicklung. Der Laserquellen-Demonstrator basiert auf Technologie der spektralen Kopplung. Die Eckdaten des Demonstrators sind eine skalierbare Ausgangsleistung von bis zu 20 kW bei sehr guter Strahlqualität. Im Kern besteht der Demonstrator aus zwölf nahezu identischen 2kW-Faserlasermodulen mit annähernd beugungsbegrenzter Strahlqualität. Die zwölf Faserlasermodule werden über einen Strahlkombiner, einer Baugruppe zur Zusammenführung der Strahlen mehrerer Laserquellen zu einem Gesamtstrahl auf Basis der dielektrischen Gittertechnologie, zu einem Laserstrahl mit sehr guter Strahlqualität gekoppelt.

Die Technologie der spektralen Kopplung hat gegenüber anderen Kopplungstechnologien wie z.B. der Geometrischen eine Vielzahl von Vorteilen: geringe Komplexität, hohe Modularität, ein Aufwuchspotential in die Laserleistungsklasse von 100kW und die Fähigkeit, als passives System mit äußerst geringem Regelungsaufwand zu arbeiten.

Der Laserquellen-Demonstrator kann querschnittlich in verschiedenen Projekten eingesetzt werden, um diese Technologie für militärische Anwendungen vertiefend zu untersuchen. Als erstes Projekt wird der Laserquellen-Demonstrator zu einer einjährigen Erprobungsphase auf der Fregatte Sachsen der Deutschen Marine eingesetzt.

Bei dem Gesamtsystem wäre allerdings auch MBDA Deutschland wieder mit im Vertrag, da die beiden Unternehmen im vergangenen Jahr ihre Kompetenzen im Bereich Hochenergie-Lasereffektoren in einer Arbeitsgemeinschaft bündelten.

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