Rüstungsprojekte ohne Sturmgewehr

0
936
(Foto: Bundeswehr/Marco Dorow)

Der “12. Bericht des Bundesministeriums der Verteidigung zu Rüstungsangelegenheiten” wurde vergangene Woche veröffentlicht. Offiziell soll dieser Bericht die Bevölkerung und das Parlament – als Geldgeber und Geldverteiler – über den Status der aktuellen Rüstungsprojekte sowie die Materiallage in den Streitkräften informieren. Inoffiziell soll diese sanitarisierte Version der Wahrheit vor allem die Hausherrin in einem guten Licht präsentieren.

Einiges fehlt allerdings, interessanterweise zum Beispiel das neue Standardsturmgewehr der Bundeswehr. So finden sich im Bericht zwar die Lagen zu den Nachtsichtgeräten (“Zur Deckung des strukturellen Gesamtbedarfs bleibt die Bereitstellung der hierfür erforderlichen Haushaltsmittel eine Herausforderung.”), zur Modularen ballistischen Schutz- und Trageausstattung Soldat – MOBAST (“Ab April 2021 werden erste Schutzwestensysteme ausgeliefert, bis Ende 2021 sollen rund 8.600 Schutzwesten MOBAST geliefert werden, weitere rund 7.300 im Jahr 2022.”), zum Kampfbekleidungssatz Streitkräfte – KBS SK (“Bei einem weiterhin planmäßigen Beschaffungsverlauf wird der Bestandsaufbau für die Ausstattung der VJTF 2023 mit 18.000 Sätzen KBS SK bis März 2021 abgeschlossen sein.”) oder zum Gefechtshelm (“Da die Leistungsbeschreibung für den Gefechtshelm Streitkräfte aktuell noch erstellt wird, werden erste Helme nicht vor Ende des Jahres 2022 ausgeliefert werden.”), nur womit dieser irgendwann hoffentlich gut ausgestattete Soldat in Zukunft schießen soll, dazu verliert der Bericht kein einziges Wort.

Der Behörden Spiegel nahm dies zum Anlass, um selbst fachkundige Experten zum Gespräch zu laden. Heute ab 14 Uhr findet die Onlinediskussion statt. Fragen können im Chat gestellt werden.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here