Das kleine 1×1 des Schul-WLANs

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Punkte, die es bei der Wahl und Einrichtung eines Schul-WLANs zu beachten gilt. (Quelle: LANCOM Systems GmbH)

Mit dem Digitalpakt unterstützt der Bund die Schulen beim Aufbau digitaler Infrastrukturen. Damit der Schritt ins digitale Lernen gelingt, braucht es zunächst eines: ein leistungsfähiges WLAN, das für durchgängige, sichere Vernetzung sorgt. Die wichtigsten Kriterien für Auswahl, Kauf und Betrieb im Überblick.

WLAN Access Points: Leistungsstark, aber strahlungsarm

In Schulen sind oft über Tausend Notebooks, Tablets und Smartphones gleichzeitig im WLAN und erzeugen ein hohes simultanes Datenaufkommen. Für die nötige Bandbreite braucht es leistungsstarke Access Points: Wi-Fi 6-Geräte sind speziell für viele parallele Zugriffe ausgelegt und daher besonders geeignet. Zudem empfiehlt sich der Einsatz besonders strahlungsarmer, für den medizinischen Bereich zugelassener Access Points – erkennbar am Standard EN 60601-1-2 –, um etwaigen Gesundheitsbedenken Rechnung zu tragen.

Sicherheit: Getrennte Netze und Zugangskontrolle

Ein Schul-WLAN wird nicht nur für den Unterricht, sondern auch für die Verwaltung und mitunter als Hotspot genutzt. Auch die Einbindung privater Geräte sollte möglich sein. Die Access Points müssen dazu neben Netztrennung und Bring-your-own-Device (BYOD) auch   neuste Sicherheits-Standard (WPA3) unterstützen. Kostenlose Updates und mindestens 3 Jahre Garantie gehören ebenso auf die Checkliste für eine nachhaltige Investition.

Wirtschaftlichkeit: WLAN effizient betreiben

Einmal aufgesetzt, muss das WLAN dauerhaft instandgehalten werden. Wie gelingt der technische Support, ohne dass Lehrkräfte im Nebenjob zum IT-Admin werden oder das Schul-Budget überlastet wird? Helfen können Cloud-managed WLANs, die hochautomatisiert aus der Ferne verwaltet werden – etwa über ein kommunales Rechenzentrum, ein Systemhaus oder eine externe IT-Abteilung. Bis zu 80 Prozent Zeit- und Kostenersparnis sind so möglich.

Datenschutz: Vertrauenswürdigkeit & informationelle Selbstbestimmung

Allerdings verlassen bei Cloud-managed WLANs personenbezogene Daten das Schul-Netz und werden auf externen Servern verarbeitet. Die Daten Minderjähriger unterliegen jedoch einer besonderen Sorgfaltspflicht: Ihre Verarbeitung muss zwingend DSGVO-konform erfolgen.

Nach dem Scheitern des EU-US Privacy-Shields von dem EuGH im Juli 2021, können Cloud-managed WLANs von US-Anbietern dies nicht länger gewährleisten. Ihre Nutzung ist unrechtmäßig und kann empfindliche Bußgelder und Schadensersatzforderungen nach sich ziehen – selbst dann, wenn die Cloud in Deutschland betrieben werden. Auch eine Rückforderung bereits ausgeschütteter Digitalpakt-Fördergelder droht.

Schule als geschützten Raum erhalten

Trägern ist oft nicht bewusst, dass die Entscheidung für ein rechtskonformes WLAN bereits mit dem Kauf der Access Points fällt, die Geräte sind fest mit ihrer jeweiligen Management-Cloud verbunden. Am Ende geht es darum, dass öffentliche Gelder im Einklang mit geltendem Recht eingesetzt werden und Schule auch im digitalen Zeitalter als geschützter Raum erhalten bleibt.

Verfasser des Gastbeitrages ist Dirk Hetterich, Director Public beim deutschen Netzwerkhersteller LANCOM Systems.

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