Öffentliche Schulden auf Höchststand

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Mit der Corona-Krise stiegen die schulden der öffentlichen Haushalte auf einen neuen Höchststand. Am stärksten stieg die Verschuldung beim Bund. (Foto: RoboAdvisor, pixabay.com)

Die öffentlichen Schulden stiegen im 3. Quartal 2020 auf einen neuen Höchststand. Wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte war der öffentliche Gesamthaushalt zum Quartalsende mit 2.95,1 Milliarden Euro verschuldet.

Die öffentliche Verschuldung stieg damit zum Ende des 3. Quartals 2020 gegenüber dem Jahresende 2019 um 15,6 Prozent an. Der Anstieg sei im Wesentlichen in der Aufnahme finanzieller Mittel für Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise begründet.

Bund verschuldet sich am stärksten

Am stärksten erhöhte sich die Verschuldung des Bundes. Sie erhöhte sich um 20,3 Prozent auf 1.430,1 Milliarden Euro. Die Länder waren zum Ende des 3. Quartals 2020 mit 631,1 Milliarden Euro verschuldet. Dies entspricht einem Anstieg um 9,1 Prozent gegenüber dem Jahresende 2019. Die Verschuldung nahm prozentual in Sachsen am stärksten zu, wo sich der Schuldenstand ausgehend von einem niedrigen Niveau auf das 2,7-Fache erhöhte (+170,9 Prozent), gefolgt von Bayern (+26,5 Prozent) und Bremen (+20,8 Prozent). Die Länder mit den höchsten absoluten Zuwächsen waren Nordrhein-Westfalen (+16,4 Milliarden Euro), Bremen (+6,3 Milliarden Euro) und Niedersachsen (+5 Milliarden Euro).

Verschuldung in den Kommunen nimmt um 2,5 Milliarden Euro zu

Der Schuldenstand der Kommunen erhöhte sich im 3. Quartal 2020 gegenüber dem Jahresende 2019 um rund zwei Prozent, beziehungsweise 2,5 Milliarden Euro auf 133,9 Milliarden Euro und sei damit, laut Statistischem Bundesamt, im Vergleich zum Bund und zu den Ländern nur geringfügig. Die Entwicklung verlief regional sehr unterschiedlich: Die Schulden stiegen vor allem in den Kommunen in Hessen (+7,3 Prozent), Schleswig-Holstein (+6,6 Prozent) und Niedersachsen (+6,2 Prozent). Dagegen sanken die Schulden insbesondere im Saarland (‑15,1 Prozent), in Sachsen (‑13,7 Prozent) und in Thüringen (-5,7 Prozent).

Der Rückgang der Verschuldung bei den saarländischen Gemeinden und Gemeindeverbänden sei zum Großteil dadurch begründet, dass in den ersten drei Quartalen 2020 das vom Land verwaltete “Sondervermögen Saarlandpakt” 336,0 Millionen Euro der Kassenkredite der Gemeinden und Gemeindeverbände übernommen habe.

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