Strukturen verändern

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Thomas Jungfer steht künftig an der Spitze der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) in Hamburg. (Foto: BS/DPolG Hamburg)

Er tritt ein schweres Erbe an: Thomas Jungfer folgt als Hamburger Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) auf den langjährigen Amtsinhaber Joachim Lenders. Welche Ziele er verfolgt, verrät Jungfer im Interview. Die Fragen stellte Behörden Spiegel-Redakteur Marco Feldmann.

Behörden Spiegel: Was steht auf Ihrer Agenda als neuer Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Hamburg? Welche Themen Ihres langjährigen Vorgängers Joachim Lenders wollen Sie fortsetzen; wo neue Akzente setzen?

Thomas Jungfer: Mein Vorgänger Joachim Lenders hat vieles angestoßen für die DPolG in Hamburg und sie zur größten Polizeigewerkschaft in der Hansestadt gemacht. Ich will aber auch selbst neue Projekte starten. So haben wir von der DPolG Hamburg unmittelbar nach meinem Amtsantritt eine neue Kampagne zur Wertschätzung des Polizistenberufs gestartet. Sie soll uns wie ein roter Faden begleiten und war so erfolgreich, dass sie von der DPolG bundesweit übernommen wurde. Eine “zweite Welle” der Kampagne ist für das Frühjahr geplant. Es muss darum gehen, den Polizeiberuf auch in Zukunft attraktiv zu halten.

Behörden Spiegel: Was ist Ihnen noch wichtig?

Jungfer: Ich möchte die dreiteilige Laufbahn, die wir bei der Hamburger Polizei noch haben, in eine zweiteilige ändern. Dafür brauchen wir bei der Polizei Hamburg aber zwingend auch ein vernünftiges Stellenkonzept.

Behörden Spiegel: Vor welchen aktuellen Herausforderungen steht die Hamburger Polizei? Welchen Einfluss hat die Corona-Pandemie?

Jungfer: Bei der Hamburger Polizei darf trotz und gerade auch wegen der Corona-Pandemie nicht gespart werden. Hamburg ist vielmehr bereits seit Jahren eine wachsende Stadt. Darauf müssen wir reagieren. Wenn Stadtteile wachsen oder sogar gänzlich neu entstehen, muss das Personal auf den Polizeiwachen entsprechend mitwachsen und aufgestockt werden. Bislang ist das noch nicht der Fall. Die Bürger wollen aber ihre Polizei, die für sie auch Dienstleister ist, im Stadtbild sehen.

Behörden Spiegel: Wie stehen Sie zum Einsatz des Distanzelektroimpulsgeräts bei der Polizei?

Jungfer: Ich bin ganz klar für die Einführung des Distanzelektroimpulsgerätes bei der Hamburger Polizei, zusammen mit einem vorhergehenden Pilotversuch. Denn dieses Einsatzmittel schließt die Lücke zwischen dem Pfefferspray und der Schusswaffe. Außerdem wirkt bereits die Androhung der Nutzung des Distanzelektroimpulsgerätes deeskalierend.

Behörden Spiegel: Sehen Sie Reformbedarf im Personalvertretungsrecht?

Jungfer: Mit Blick auf Hamburg sollte die Legislaturperiode eines Personalrates von vier auf fünf Jahre verlängert werden. In einigen Bundesländern ist das bereits der Fall, aber noch nicht bei uns in Hamburg.

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