500 Millionen Euro für Finanzanalyse-Software

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Die nordrhein-westfälische Polizei intensiviert ihre Bemühungen gegen Geldwäsche. Dazu wird eine neue Software eingeführt. (Foto: BS/Rainer Sturm, www.pixelio.de)

Nordrhein-Westfalens Polizei führt landesweit eine spezielle Finanzanalyse-Software ein. Zunächst wurden 200 Lizenzen des Programms erworben. Damit sollen die Finanzermittler gestärkt werden.

Innenminister Herbert Reul (CDU) unterstrich: “Wir gehen hier einen weiteren wichtigen Schritt des Ansatzes “Follow the Money”, um Kriminellen das wegzunehmen, was ihnen am meisten am Herzen liegt: ihr ergaunertes Geld.” Durch die neue Software erhielten die Finanzermittler und Spezialisten für Wirtschaftskriminalität ein neues Werkzeug an die Hand, mit dem sie nun Möglichkeiten hätten, die bislang Wirtschaftsprüfern und der Finanzverwaltung vorbehalten gewesen seien.

Genutzt werden kann das Programm, das in der Finanzwelt bereits etabliert ist, unter anderem im Kampf gegen das “Hawala-Banking”. Dabei wird mutmaßlich illegal erworbenes Vermögen mithilfe von Strohmännern am legalen Bankensystem vorbei in andere Staaten transferiert. Später kehrt es dann auf ebenso undurchsichtige Art und Weise nach Deutschland zurück. Ebenfalls verwendet werden kann das Tool bei der Aufklärung von Betrugsfällen im Zusammenhang mit Anträgen für Corona-Soforthilfen. Die Software vereinfacht die Gesamtbetrachtung des Finanzstatus einer natürlichen oder juristischen Person des Privatrechts und verstärkt die Kooperation zwischen Polizei- und Steuerfahndungsbehörden. Laut Reul ist die Anwendung zudem “ein wichtiger Schritt in Richtung weiterer Digitalisierung der nordrhein-westfälischen Polizei”.

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