Brandenburg weiterhin stark kampfmittelbelastet

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Die Beseitigung von Kampfmitteln wird in Brandenburg noch weitere Generationen beschäftigen. (Foto: BS/Feldmann)

Auch 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist die Kampfmittelbelastung in Brandenburg hoch. Bis Ende November 2020 hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) rund 285 Tonnen Kampfmittel, wie Brandbomben, Granaten oder Minen, gefunden und rund 92 Hektar Land als nicht mehr kampfmittelbelastet klassifiziert. Dies geht aus der vorläufigen Bilanz des Dienstes für das Jahr 2020 hervor.

Der KMBD bearbeitete zudem über 5.600 Anfragen von Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern zur Prüfung von Grundstücken auf eine Kampfmittelbelastung. Außerdem rückte der Beseitigungsdienst rund 2.600 Mal zu einem Kampfmittelfund aus.

Das Land Brandenburg musste für Räumungen Kosten in Höhe von insgesamt 12,9 Millionen Euro tragen. Von diesen entfielen 7,5 Millionen Euro für die Beseitigung der Kampfmittel und 5,4 Millionen Euro für Personal- und Sachkosten.

Der Innenminister Brandenburgs, Michael Stübgen (CDU), zeigte sich erfreut über die Erfolge des KMBD: “Die Fachleute des KMBD haben auch in diesem Jahr wieder ganze Arbeit geleistet. Trotz mehrwöchiger Unterbrechungen aufgrund der Pandemie konnten mehr Kampfmittel gefunden werden als im Jahr zuvor. Dennoch ist Brandenburg weiterhin das Bundesland mit dem höchsten Anteil an munitionsbelasteten Gebieten in Deutschland. Deshalb bleibt die Kampfmittelsuche eine Aufgabe, die uns und nachfolgende Generationen noch lange beschäftigen wird.” Rund 350.000 Hektar Fläche in Brandenburg stehen unter Kampfmittelverdacht.

Experten gehen davon aus, dass während des Zweiten Weltkrieges 1,3 bis 1,4 Millionen Tonnen Bomben bei Luftangriffen auf das Gebiet des damaligen Deutschen Reichs abgeworfen wurden. Da die meisten Fliegerbomben weniger als eine Tonne wogen, wird die Anzahl der Sprengkörper auf eine zweistellige Millionenzahl geschätzt. Zehn bis 15 Prozent der abgeworfenen Kampfmittel sollen nicht detoniert sein und liegen seitdem teilweise metertief unter der Erde.

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