Digitalisierung der Streitkräfte

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Digitalisierung erfordert einen engen Aus¬tausch zwischen Streitkräften und Industrie. (Foto: BS/PIZ CIR)

Pandemie stattet mit IT aus, ist eines der Mantras, das auch in der Bundeswehr zu hören ist. Dabei muss im militärischen Bereich, trotz aller Überschneidungen und Gemeinsamkeiten, zwischen der so genannten Grünen und Weißen IT unterschieden werden. Die Pandemie trieb wirklich die Digitalisierung voran, allerdings fast ausschließlich bei der Weißen IT.

Ein Problem ist die Zersplitterung der Grünen IT. Bei der Betrachtung der zivilen – und weltweit interoperabel genutzten – Systeme fällt auf, dass nur sehr wenige Grundplattformen bestehen, auf denen dann Apps integriert werden. Diese Grundplattformen existieren im militärischen Bereich bisher noch nicht. Im europäischen Raum kann ein erster Ansatz zur Konsolidierung durch die Einführung der Battle Management Systeme von Systematic in mehreren europäischen Streitkräften gesehen werden. Bereits auf NATO-Ebene ist dies bereits schwieriger.

Dabei erfordert der 360-Grad-Ansatz der NATO mit der Verteidigung sowohl der Ost- als auch der Südflanke eine schnell herstellbare Interoperabilität zwischen den verschiedenen nationalen Einheiten. Die reine Einhaltung von NATO-Standards genügt nicht, um gemeinsame Operationen tatsächlich durchzuführen. Es gilt die Waffensysteme, teilweise Black Boxes, einzubinden und deren Führung durch andere Nationen zu ermöglichen, auch in so genannten Access-Denied-Areas, in denen der Gegner massiv jegliche Kommunikationswege inklusive Navigationssystemen stören wird.

All diese Überlegungen sind in den Fähigkeitsforderungen der Streitkräfte bereits enthalten, die es allerdings in Beschaffungen umzusetzen gilt. Dies ist nicht immer einfach, da die IT zu den funktionskritischen Elementen der militärischen Waffensysteme gehört. Dementsprechend ist mit wettbewerbsverzerrenden Angeboten aus dem Ausland zu rechnen. Gleichzeitig gilt es den Fortschritt zu nutzen sowie die Interoperabilität in der NATO herzustellen.

Der Behörden Spiegel steigt in diese Diskussion am 20. Januar mit einer “Digitalen Brotzeit” ein. Dies bedeutet, dass alle Teilnehmer, die sich bis zum 13. Januar angemeldet haben, eine kleine Brotzeit erhalten, die sie während der Diskussionsrunde verzehren können. Unter der Moderation von Generalmajor a.D. Reinhard Wolski diskutieren am 20. Januar Dr. Heiko Borchert, Inhaber und Geschäftsführer Borchert Consulting & Research AG, Generalmajor Dr. Michael Färber, Kommandeur Kommando Informationstechnik der Bundeswehr, Percy Ott, Director Public Policy und Head of Government Affairs Germany bei Cisco und Generalleutnant Michael Vetter, Abteilungsleiter Cyber- und Informationstechnik und Chief Information Officer im Bundesministerium der Verteidigung.

Die Anmeldung ist hier bis zum 19. Januar 2021 möglich. Allerdings erhalten nur jene, die sich bis zum 13. Januar angemeldet haben, eine Brotzeit. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

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