Test der elektronischen Patientenakte

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Am 1. Januar wurde die elektronischen Patientenakte verpflichtend eingeführt. (Foto: BS/Bundeswehr/Markus Dittrich)

Seit dem 1. Januar sind gesetzliche Krankenkassen dazu verpflichtet ihren Versicherten eine elektronische Patientenakte (ePA) anzubieten. “Nach der Einführung der ePA beabsichtigt auch die Bundeswehr für ihre Soldaten/-innen eine elektronische Patientenakte Bundeswehr (ePABw) zur Verfügung zu stellen. Die Anforderungen einer solchen ePABw sind dabei identisch mit der ‘zivilen’ Variante. Vorgesehen ist eine von der gematik GmbH zugelassene, marktverfügbare elektronische Patientenakte für eine fall- und einrichtungsübergreifende Dokumentation”, berichtet der Sanitätsdienst der Bundeswehr. “Voraussetzung hierfür ist eine Anbindung an die von der gematik GmbH geführte Telematikinfrastruktur. Der Basis-Rollout an den fünf Bundeswehrkrankenhäusern ist mit Einführung der zivilen ePA ab dem Januar 2021 geplant. Mit einer Anbindung der regionalen Sanitätseinrichtungen an die Telematikinfrastruktur ist dann im weiteren Verlauf zu rechnen.”

In dieser ePABw sollen alle medizinische Daten wie Laborwerte, Diagnosen, Therapiemaßnahmen und Behandlungsberichte gespeichert werden. Durch die elektronische Verfügbarkeit sind diese Daten dann von verschiedensten Ärzten – Facharzt, Krankenhaus – abrufbar. Somit muss der Patient nicht mehr Ausdrucke oder CDs mit sich führen, was die Behandlung vereinfacht und beschleunigt.

Von der ePA inhaltlich und formal abzugrenzen sei allerdings die elektronische Gesundheitsakte in der Bundeswehr (eGABw), betonte der Sanitätsdienst: “Hierunter ist die beim Truppenarzt geführte Dokumentation einschließlich weiterer bundeswehreigener Behandlungs- und Begutachtungsstellen geführte Dokumentation zu verstehen. Diese Dokumentation ist Bestandteil der Personalakte und wird durch sanitätsdienstliches Personal geführt. Die Datenhoheit liegt beim Dienstherrn und der Inhalt wird durch diesen bestimmt. Der Patient/Proband hat ein Auskunftsrecht, bestimmt jedoch nicht den Inhalt der eGABw.”

Bei der zivilen ePA kann der Versicherte hingegen bestimmen, ob Daten darin gespeichert werden können oder nicht. Wenn jemand nun Soldat wird, wird seine ePA in eine ePABw überführt und als solche fortgeschrieben. Nach dem Ausscheiden aus der Bundeswehr findet wiederum die Umwandlung der ePABw in eine ePA statt, so dass alle Gesundheitsdaten durchgehend zur Verfügung stehen, so zumindest die Theorie. In der Praxis befindet sich die ePABw noch in der Testphase und auch die zivile ePA ist, trotz der offiziell verpflichtenden Einführung, noch nicht einmal ansatzweise flächendeckend vorhanden.

Die IT-Unterstützung für Regionale Sanitätseinrichtungen wurde allerdings im November und Dezember 2020 erfolgreich im Sanitätsversorgungszentrum und Facharztzentrum Köln-Wahn getestet. Allerdings sei dieser Test, laut dem Sanitätsdienst der Bundeswehr, nicht der Startschuss für die ePABw: “Noch können nicht alle Vorgänge eines Sanitätsversorgungszentrums, bspw. der Heilfürsorge oder der Begutachtung, digital abgebildet werden. Deshalb darf man diese Grundbefähigung lediglich als einen ersten Schritt zu einer elektronischen Gesundheitsakte werten.

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