Amtseinführung Joseph R. Biden

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Joseph R. Biden bei seiner Vereidigung zum Vizepräsidenten am 20. Januar 2009. (Foto: BS/U.S. Navy)

Am 20. Januar findet die Amtseinführung von Joseph R. Biden als 46. Präsident der Vereinigten Staaten statt. Traditionell auf der Westterrasse des Kapitols wird Biden den Eid sprechen, der jenen Worten entspricht, die der erste Präsident George Washington am 30. April 1789 sprach und die seitdem in der Verfassung festgeschrieben sind: “I (Name) do solemnly swear [möglich ist auch das Wort affirm, falls die religiöse Überzeugung das schwören verbietet] that I will faithfully execute the Office of President of the United States, and will to the best of my ability, preserve, protect and defend the Constitution of the United States.” Nicht in der Verfassung festgeschrieben, aber bisher von jedem Präsidenten gesprochen, folgen die Worte: “So help me God.”

Das Prozedere erfuhr über die Jahrhunderte weitere ergänzende Elemente. Mittlerweile besteht die Einleitung des Tages aus einem Gottesdienst, dem der zukünftige Präsident beiwohnen muss. Darauf folgt das Teetrinken mit dem noch amtierenden Präsidenten. Um 12 Uhr übernimmt der neue Präsident schließlich durch den öffentlichen Eid an den Stufen des Kapitols die Staatsführung. Dem folgt seine Antrittsrede, in der er seine Ziele für seine bevorstehende Amtszeit herausstellt. Danach zieht er in einer Parade vom Kapitol zum Weißen Haus, um dieses offiziell zu übernehmen. Mit dem abendlichen Ball endet dieser Tag der Amtsübergabe.

Die Bedeutung dieses Tages ist für Europäer – und besonders Deutsche, wo die Wahl der Kanzlerin mit einem Blumenstrauß zum Abschluss kommt – kaum verständlich. Sie gleicht mit ihrem formalen Ablauf eher einer Krönung und findet eine entsprechende Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Im ganzen Land wird kurz vor 12 Uhr üblicherweise die Arbeit beendet, um den Eid, die Antrittsrede und die Parade im Fernsehen zu verfolgen. Im Anschluss wird gefeiert.

Unter normalen Umständen fahren zudem Millionen Menschen nach Washington, um die Amtseinführung direkt zu verfolgen.

In diesem Jahr wird dieser Ablauf einige Änderungen erfahren. Durch Corona sind die üblichen Menschenmassen nicht gestattet, weshalb beispielsweise der Eid ohne Publikum abgelegt wird. Aber auch der Sturm auf das Kapitol hinterließ seine Spuren. Der aktuelle Präsident Donald J. Trump gab eine Notfallerklärung für Washington heraus, die bis zum 24. Januar gilt. Mit dieser Erklärung eines besonderen nationalen Sicherheitsfalls können mehrere Behörden und Ministerien zur Sicherung Washingtons zusammenarbeiten und besitzen erweiterte Befugnisse zur Prävention und Reaktion.

In einem Land, in dem Bürger Schusswaffen legal besitzen und geladen mit sich führen dürfen, sind nationale Großereignisse allerdings immer ein Sicherheitsrisiko. Wahnsinnige Attentäter sind schließlich niemals auszuschließen, nicht bei einer Bevölkerung von über 300 Millionen Menschen. Insgesamt vier Präsidenten wurden in der Geschichte der Vereinigten Staaten während ihrer Amtszeit erschossen.

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