Keine Verzögerung durch iMERZ

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Der Einsatzgruppenversorger Frankfurt am Main mit Kurs auf Wilhelmshaven. Bis 2022 wird er allerdings in der Werft liegen. (Foto: BS/Bundeswehr/Schönbrodt)

Auch wenn die Kleine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion (Drucksache 19/25734) eigentlich das neue integrierte Marineeinsatz-Rettungszentum (iMERZ) des Einsatzgruppenversorgers (EGV) Frankfurt am Main als Thema hatte, stellt sich nach der Antwort der Bundesregierung vor allem die Frage, wieso dauert die “planmäßige Werftinstandsetzung” fast zwei Jahre? Positiv daran ist im Grunde nur, dass sich die Fehler bei iMERZ nicht auf die Einsatzfähigkeit auswirken.

“Eine zusätzliche Einschränkung durch die notwendige Neuanfertigung des iMERZ ergibt sich durch die planmäßige Instandsetzung des EGV Frankfurt am Main absehbar nicht, sofern die Fertigstellung und Integration während oder direkt im Anschluss an die planmäßige Werftliegezeit erfolgt”, so die Bundesregierung. Die erstaunlich lange Werftliegezeit reicht anscheinend sogar dafür aus, dass iMERZ neu aufgebaut und integriert werden kann. “Die Einrüstung des iMERZ war ursprünglich unmittelbar vor einer planmäßigen Werftliegezeit ab Februar 2020 geplant. Dies war aufgrund der fehlerhaften Anfertigung der Stahlstruktur nicht möglich. Der EGV Frankfurt am Main wird sich voraussichtlich bis zum Jahr 2022 in einer planmäßigen Werft-instandsetzung befinden.”

iMERZ sollte die neue verbesserte und erweiterte Version des erprobten Marineeinsatz-Rettungszentums (MERZ) sein. MERZ wurde seinerzeit als Containerlösung entwickelt, damit die Einsatzgruppenversorger flexibel an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden können. Eine erste große Bewährungsprobe bestanden EGV und MERZ bei der Hilfe nach dem Tsunami im Dezember 2004 in Südostasien.

Allerdings brannte MERZ im Jahr 2015 während einer Werftliegezeit ab. Danach kamen die Vorteile einer eingebauten Version gegenüber der Containerlösung stärker in den Fokus, während der schnelle Rollenwechsel an Bedeutung verlor. Dies sollte in iMERZ münden, dem eingebauten, integrierten MERZ. Als Vorteile benennt die Bundesregierung: “Im Wesentlichen sind dies die verbesserte räumliche Gestaltung der Funktionsbereiche im Hinblick auf die medizinischen Bedürfnisse, der feste Einbau der Schiffsbetriebsanlagen, die bessere Einbindung in die Schiffszitadelle zum ABC-Schutz sowie verbesserte Verkehrswege zum Schiff und zur Bettenstation.”

Das neue Projekt scheiterte allerdings, als im Frühjahr 2020 der Einbau beginnen sollte. “Maßvorgaben an die Stahlstruktur des iMERZ wurden vom Auftragnehmer nicht eingehalten. Die Abweichungen waren derart umfassend, dass eine Nutzung der Stahlstruktur im Weiteren nicht erreichbar war”, beschreibt die Bundesregierung. “Bei der Fertigung des iMERZ traten Abweichungen von den im Rahmen des Auftrages erstellten Konstruktionsunterlagen beim Auftragnehmer auf, welche außerhalb der zulässigen Toleranzen lagen. Diese Abweichungen konnten nicht zielführend behoben werden und führten zur Entscheidung der Werft, einen Neubau der Stahlkonstruktion vorzunehmen.”

iMERZ wird nun neu erstellt, was allerdings, laut Bundesregierung, dank der fast zweijährigen Werftliegezeit zu keinen Verzögerungen bei der planmäßigen Einsatzbereitschaft des EGV in 2022 führen wird.

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