Premiere für das Auswärtige Amt

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Dr. Georg Birgelen ist seit Jahresbeginn Präsident des neugeschaffenen Bundesamtes für Auswärtige Angelegenheiten. Zuvor war er an zahlreichen Auslandsvertretungen der Bundesrepublik tätig, unter anderem in Beirut, Jakarta und Moskau. Außerdem arbeitete er im Auswärtigen Amt sowie im Bundeskanzleramt. (BS/Auswärtiges Amt/picture alliance/Kay Nietfeld)

Bislang waren nur die Botschaften, Generalkonsulate und Konsulate im Ausland im Geschäftsbereich des Auswärtigen Amtes angesiedelt. Das hat sich nun geändert. Inzwischen gibt es auch eine nachgeordnete Behörde im Inland: das Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten (BfAA). Dessen Präsident, Dr. Georg Birgelen, erläutert im Gespräch mit dem Behörden Spiegel die Aufgaben und den Aufbauprozess der Behörde. Das Interview führten Uwe Proll und Marco Feldmann.

Behörden Spiegel: Was bedeutet die Gründung des Bundesamtes für Auswärtige Angelegenheiten als einzige nachgeordnete Behörde des Auswärtigen Amtes im Inland für das Auswärtige Amt und für Sie?

Dr. Georg Birgelen: Die Gründung des Bundesamtes für Auswärtige Angelegenheiten (BfAA) ist für das Auswärtige Amt etwas ganz Besonderes. Denn dabei handelt es sich um die erste nachgeordnete Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Auswärtigen, die das Auswärtige Amt in seiner 150-jährigen Geschichte gegründet hat. Ich persönlich habe mich sehr darüber gefreut, dass das Auswärtige Amt mir die Leitung dieses Bundesamtes in seiner Errichtungs- und Aufbauphase übertragen hat. Aufgrund meiner vorherigen Tätigkeiten im Auswärtigen Amt sowie an deutschen Vertretungen im Ausland habe ich mich im Übrigen auch aktiv um den Posten beworben.

Behörden Spiegel: Welche Aufgaben kommen dem BfAA zu?

Birgelen: Die Aufgaben des BfAA sind im Errichtungsgesetz allgemein umschrieben. Demnach soll das Bundesamt mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes bei der Verwaltung und Infrastruktur, beim Fördermittelmanagement sowie im Rechts- und Konsularwesen tätig werden. Es kann vom Auswärtigen Amt oder anderen obersten Bundesbehörden mit anderen Aufgaben auf dem Gebiet der Auswärtigen Angelegenheiten betraut werden. Arbeitsorganisatorisch bedeutet dies, dass wir mit zunächst fünf Fachabteilungen gestartet sind. Dabei handelt es sich um die Personalverwaltung für das Auswärtige Amt, um das Immobilienmanagement des Auswärtigen Amtes im Ausland, um das Fördermittelmanagement, um die Unterstützung der Visavergabe im Rahmen des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes sowie um zentrale Dienstleistungen.

Behörden Spiegel: Was ist für die Zukunft geplant?

Birgelen: Wir rechnen damit, dass in den kommenden Monaten die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen als sechste Abteilung dazu kommt. Diese ist bislang im Bundesverwaltungsamt und damit in der Ressortzuständigkeit des Bundesinnenministeriums (BMI) beheimatet und soll zu uns wechseln. Wir übernehmen sowohl die Aufgaben als auch den Personalkörper der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, die schon immer enge Kontakte zum Auswärtigen Amt hatte. Der Übergang soll noch in diesem Jahr erfolgen, auch wenn die Ressortabstimmung dazu noch nicht abgeschlossen ist und noch zahlreiche Details zu klären sind. Es wird sich hier um rund 100 Beschäftigte handeln, die bereits jetzt in Bonn tätig sind und dort auch bleiben werden.

Behörden Spiegel: Wird auch die IT des Auswärtigen Amtes beim Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten angesiedelt? Es war ja einmal die Gründung eines eigenen IT-Amtes für das Auswärtige Amt geplant.

Birgelen: Die Aufgabe der Auslands-IT des Auswärtigen Amtes besteht insbesondere darin, die Kommunikation zwischen der Zentrale in Berlin und den weltweit mehr als 200 Auslandsvertretungen sicherzustellen. Die dabei übermittelten Informationen sind oftmals jedoch als Verschlusssachen eingestuft. Damit handelt es sich um eine Kommunikation, die im Kern einen sehr politischen und ministeriellen Charakter hat. Deren Auswertung und Abwicklung soll deshalb im Auswärtigen Amt verbleiben. Wir übernehmen eher Routineaufgaben, die nicht zwangsläufig im Ministerium wahrgenommen werden müssen.

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