Das Ende von Emotet

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Seit 2018 ermittelten deutsche Behörden gegen die Drahtzieher hinter Emotet. Nun ist Ihnen die Zerschlagung der kriminellen Infrastruktur gelungen. (Foto: geralt, www.pixabay.com)

In einer international konzertierten Aktion haben Strafverfolgungsbehörden aus acht Ländern die Infrastruktur hinter der Schadsoftware Emotet zerschlagen. Auf deutscher Seite waren die Zentralstelle zur Bekämpfung der Interkriminalität (ZIT) bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Bundeskriminalamt (BKA) beteiligt.

Auf Initiative von BKA und ZIT wurde am Dienstag der “Takedown” der über mehrere Länder verteilten Infrastruktur der Cyber-Kriminellen durchgeführt. Beteiligt waren die Strafverfolgungsbehörden aus England, Frankreich, Kanada, Litauen den Niederlanden, der Ukraine und den USA. Europol und Eurojust koordinierten das Vorgehen.

Dabei wurden allein in Deutschland bisher 17 Server beschlagnahmt, wie das BKA erklärte. Weitere Beschlagnahmen erfolgten im Rahmen der Rechtshilfe in den Niederlanden, in Litauen und in der Ukraine. Man habe dabei nicht nur den Zugriff der Täter auf die Infrastruktur unterbinden, sondern auch umfangreiche Beweismittel sichern können. Bei einem mutmaßlichen Betreiber in der Ukraine konnte die Kontrolle über die Server-Struktur übernommen werden. Auf diesem Weg konnte die Schadsoftware auf betroffenen Systemen in Deutschland unbrauchbar gemacht werden. Dabei erlangte Informationen über die Opfer-Systeme wurden dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) übermittelt. Diese benachrichtigt nun die zuständigen Netzbetreiber mit der Bitte, ihre Kunden zu informieren, damit diese ihre Systeme bereinigen können.

Schlag gegen Organisierte Kriminalität

BKA-Präsident Holger Münch sprach von einem “erfolgreichen Schlag gegen die organisierte Cyber-Kriminalität”. Und weiter: “Durch die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der ZIT, dem BKA und unseren internationalen Partnern sind wir einen wichtigen Schritt für die Cyber-Sicherheit in Deutschland und weltweit vorangekommen.”

Emotet wurde vom BSI als eine der gefährlichsten Schadsoftware-Familien weltweit eingeschätzt. Bekannte Betroffene in der öffentlichen Verwaltung sind das Klinikum Fürth, das Kammergericht Berlin, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und die Stadt Frankfurt am Main. Emotet wurde von Cyber-Kriminellen häufig genutzt, um einen ersten Einstieg in Netzwerke zu bekommen. Als “Downloader” konnte Emotet dann weitere Schadsoftware nachladen, etwa zum Ausspähen von Passwörtern oder zur Verschlüsselung von Systemen, um Geld zu erpressen. Von den Drahtziehern wurde Emotet daher Kriminellen als ein Service gegen Entgelt angeboten. In Deutschland hat die Schadsoftware laut BKA zu Schäden in Höhe von mindestens 14,5 Millionen Euro geführt. Dies sei aber nur ein “Ausschnitt”, so Münch, da dabei lediglich die im Ermittlungsverfahren betrachteten Fälle berücksichtigt seien.

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