Kontakt weiter intensivieren

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Andreas Roßkopf (l.) ist Vorsitzender des Bezirks Bundespolizei in der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Im Gespräch mit Behörden Spiegel-Redakteur Marco Feldmann (r.) ging es unter anderem um seine Agenda sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Bundespolizei und seinen Gewerkschaftsbezirk. (Foto: BS/Hübinger)

Andreas Roßkopf steht noch recht frisch an der Spitze des Bezirks Bundespolizei in der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Über seine Agenda, seine Ziele und Herausforderungen für die Bundespolizei sprach er mit dem Behörden Spiegel. Die Fragen stellte Marco Feldmann.

Behörden Spiegel: Herr Roßkopf, Sie sind der neue Vorsitzende des Bezirks Bundespolizei in der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Welche Ziele verfolgen Sie?

Andreas Roßkopf: Ich möchte unter anderem bereits begonnene und angestoßene Projekte fortsetzen. Da geht es zum Beispiel um Zulagen und die Novelle des Bundespolizeigesetzes. 2021 rufen wir zudem zum Jahr der Arbeitszeit aus. Wir wollen uns unter anderem mit der Wochenarbeitszeit und Langzeitarbeitskonten bei der Bundespolizei befassen.

Behörden Spiegel: Was ist Ihnen persönlich wichtig?

Roßkopf: Ich möchte dem Bezirk Bundespolizei ein Stück weit meinen Stempel aufdrücken. Mir geht es vor allem darum, einen noch intensiveren Kontakt als bislang zur Basis und den Mitgliedern zu haben. Es geht darum, die Bindung jedes einzelnen Mitglieds zu uns weiter zu verstärken. Ich möchte noch mehr Ansprechpartner der Gewerkschaft der Polizei vor Ort in den Dienststellen haben. Denn nur so gelingt es, die unmittelbaren Beschwerden und Nöte der Mitarbeiter aufzunehmen.

 Behörden Spiegel: Wie soll das in Pandemiezeiten gelingen?

Roßkopf: Seit über einem Jahr ist für uns als überregionale Dienststellenfremde der Zugang zu den Dienststellen der Bundespolizei vor Ort beschränkt. Wir versuchen das über die verstärkte Nutzung Sozialer Medien und durch die Kollegen vor Ort, also in den einzelnen Dienststellen, zu kompensieren. Dabei handelt es sich um Personalratsmitglieder, Vertrauensleute der Gewerkschaft der Polizei und GdP-Ansprechpartner. Diese kommunizieren dann Probleme an uns weiter, damit wir sie in die Politik einbringen können. Wir als Gewerkschafter dürfen die Dienststellen zwar betreten, die Gespräche mit den Kollegen vor Ort sind jedoch kaum möglich und zum Teil auch durch die Behördenleitungen nicht erwünscht.

Behörden Spiegel: Im Rahmen Ihrer Wahl sind zahlreiche langjährige Vorstandsmitglieder Ihres Bezirks ausgeschieden. Wie wollen Sie den Expertisenverlust ausgleichen?

Roßkopf: Wir wussten schon sehr lange, wann langjährige Mitglieder des Bezirksvorstandes ausscheiden. Darauf haben wir uns schon länger vorbereitet und einen umfangreichen Wissenstransfer betrieben. Dieser ist bereits vor mehr als einem Jahr angestoßen worden. Zudem wurden ja nicht alle Mitglieder des Vorstandes gleichzeitig ausgetauscht. Es ist immer noch genügend Wissen und Erfahrung vorhanden.

Behörden Spiegel: Wie hat sich die Pandemie auf die Arbeit Ihres GdP-Bezirks ausgewirkt?

Roßkopf: Als Gewerkschaft mussten wir uns aufgrund der Corona-Pandemie sehr schnell umstellen. Denn eigentlich leben wir davon, uns miteinander und von Angesicht zu Angesicht auszutauschen. Das ist unsere Stärke. In Pandemiezeiten geht das aber kaum noch. Darauf haben wir rasch reagiert und vieles ins Digitale verlegt. So halten wir etwa auch Vorstandssitzungen inzwischen entweder hybrid oder sogar gänzlich digital ab. Das funktioniert zwar recht gut, ersetzt die Präsenzveranstaltung jedoch nur ansatzweise.

Behörden Spiegel: Und welche Auswirkungen gab es auf die Bundespolizei als Behörde?

Roßkopf: Die Digitalisierung der Behörde ist noch nicht so weit vorangeschritten, als dass sie alltagstauglich wäre. Hier erweist sich die Bundespolizei als zäh und langsam. Das liegt allerdings auch an Vorgaben aus dem politischen Raum sowie an datenschutzrechtlichen Hindernissen. Bei weitem noch nicht überall sind die erforderlichen Kommunikationswege auch tatsächlich eingerichtet. Das gilt vor allem für die Kolleginnen und Kollegen, die bei der Bundespolizei im Innendienst tätig sind.

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