ASP: Schärfere Eindämmungsmaßnahmen beschlossen

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Kräfte des Technischen Hilfswerks (THW) bauen Zäune zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). (Foto: THW)

Aufgrund eines Fundes von einem mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infizierten Wildschweinkadaver außerhalb des gefährdeten Gebiets, hat der Freistaat Sachsen die Eindämmungsmaßnahmen gegen die Tierseuche verschärft.

Die Landesdirektion Sachsen hat nun konkret die Fläche des gefährdeten Gebiets mehr als verdoppelt. Das Gebiet im Landkreis Görlitz reicht nun weiter nach Süden bis zur Höhe der Gemeinde Horka. Es umfasst nun 322 Quadratkilometer. Im gleichen Zug wurde die Pufferzone auf 826 Quadratkilometer erweitert und nimmt nun den gesamten Landkreis Görlitz nördlich der A 4 ein.

Mit den Ausweitungen wurden zudem die Maßnahmen weiter verschärft. Innerhalb des gefährdeten Gebiets ist bis auf weiteres die Jagd untersagt. Auch müssen die Schweinehalter durch strenge Biosicherheitsmaßnahmen sicherstellen, dass ihre Hausschweine nicht mit Wildschweinen in Kontakt kommen. Dies kann unter anderem mit Desinfektionsmöglichkeiten an den Ein- und Ausgängen der Ställe gewährleistet werden.

Verendete und erkrankte Wildschweine sind sowohl im gesamten gefährdeten Gebiet als auch in der Pufferzone unverzüglich dem Veterinäramt zu melden. Die verendeten Tiere müssen auf die ASP untersucht werden. Als Sofortmaßnahmen werden die Fundorte der infizierten Tiere mit einem mobilen Zaun in einem Radius von rund drei Kilometern abgegrenzt, um eine mögliche Zerstreuung weiterer infizierter Tiere zu verhindern.

In der Vergangenheit gab es einige Einsätze des Technischen Hilfswerks (THW) und der Bundeswehr zur Eindämmung der Tierseuche. Neben dem Durchkämmen der Wälder nach Wildschweinkadavern bauten die Kräfte von THW und Bundeswehr Zäune, um das Durchziehen der Wildschweine zu verhindern.

“Ich danke dem Technischen Hilfswerk für die erneut schnell angekündigte und bereits gestartete Hilfe beim Zaunbau um das neue gefährdete Gebiet. Unser Fokus liegt jetzt darauf, näheres über das konkrete Infektionsgeschehen im neuen Teil des gefährdeten Gebiets herauszufinden. Davon werden die weiteren Maßnahmen abhängen”, erläuterte die sächsische Staatsministerin für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Petra Köpping (SPD).

Nach offiziellen Meldungen gibt es bisher 19 bestätigte Fälle der ASP. Der erste Fall wurde Ende Oktober 2020 gemeldet. Bei der ASP handelt es sich um eine infektiöse Krankheit, die Wild- und Hausschweine gleichermaßen befällt. Die Krankheit verläuft fast immer tödlich. Ein Gegenmittel oder eine Impfung gibt es noch nicht. Nach bisherigem Kenntnisstand ist die ASP für den Menschen und andere Tierarten nicht gefährlich.

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