BaFin zeigt Mitarbeiter wegen Insiderhandels an

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Das BaFin-Hauptgebäude in Bonn, Sitz der Banken- und Versicherungsaufsicht. (Foto: BS/BaFin)

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat gestern einen Mitarbeiter der Wertpapieraufsicht wegen des Verdachts des Insiderhandels in Wirecard bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart angezeigt.

Der Beschäftigte hatte am 17. Juni 2020 strukturierte Produkte mit dem Basiswert Wirecard AG verkauft. Die Wirecard AG machte am 18. Juni 2020 öffentlich, dass über die Existenz von Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden Euro noch keine ausreichenden Prüfungsnachweise zu erlangen waren. Dieser Betrag entsprach etwa einem Viertel der Bilanzsumme von Wirecard. Am 22. Juni 2020 teilte Wirecard in einer Ad-hoc-Meldung mit, dass Guthaben auf Treuhandkonten über 1,9 Mrd. Euro “mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht existieren”. Dadurch stürzte der Börsenkurs um mehr als zwei Drittel ab.

Die Finanzaufsicht hatte den Verdacht im Rahmen ihrer Sonderauswertung entdeckt. Sie hat den Beschäftigten sofort freigestellt und ein Disziplinarverfahren eröffnet.

Die BaFin hat die Compliance-Regeln für die privaten Wertpapiergeschäfte ihrer Mitarbeiter Mitte Oktober 2020 verschärft. Spekulative Finanzgeschäfte, also das kurzfristige Handeln, beispielsweise mit derivativen Finanzinstrumenten oder Aktien, sind seitdem nicht mehr möglich.

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