Sicherheitskonzept kann Gefahren nur bedingt minimieren

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Der Einlass ist ein wichtiger und sensibler Bereich jeder Veranstaltung. Er muss im Sicherheitskonzept Berücksichtigung finden. (Foto: BS/Giessen)

Sicherheitskonzepte sind kein Allheilmittel. Durch sie kann es nur bedingt gelingen Gefahren zu minimieren, die von einer Veranstaltung ausgehen. Viel wichtiger ist es, die Eintrittswahrscheinlichkeit von Schäden und Gefahren in jedem Einzelfall auf ein akzeptables Maß zu reduzieren. Sicherheitskonzepte sind zugleich aber auch nicht völlig unnütz.

Denn sie geben einen Überblick über Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren, legen Abläufe fest und beinhalten Hinweise zu Not- und Zwischenfällen. Außerdem sind sie ein wichtiger Bestandteil des Genehmigungsverfahrens durch die zuständigen Behörden und dienen der Besuchersicherheit und -zufriedenheit. Sie müssten allen beteiligten Behörden vorgelegt werden. Dazu gehörten unter anderem Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt. Für diesen Prozess sollten Veranstalter mindestens zehn Wochen einplanen. Das unterstreicht der Brandschutzbeauftragte und -fachplaner Marc Weichhan. Weitere wichtige Elemente der Veranstaltungssicherheit seien die jeweils individuell zu erstellende Risikoanalyse und Gefährdungsbeurteilung sowie die behördlichen Auflagen. Ein gesondertes Räumungskonzept sei nur bei Versammlungsstätten notwendig, die für mehr als 1.000 Personen bestimmt seien, und sofern die Maßnahmen nicht bereits Teil des Sicherheitskonzeptes seien.

Zwischen Phasen unterscheiden

Mit Blick auf Sicherheitskonzepte sei es sehr wichtig, diese Dokumente in die verschiedenen Veranstaltungsphasen zu unterteilen. Betrachtet werden müssten unter anderem die Anreise, der Ein- und Auslass sowie die Abreise. Des Weiteren sei es erforderlich, die Veranstaltung detailliert zu beschreiben und konsequent zwischen Betreiber und Veranstalter zu unterscheiden. Einbezogen werden müssten darüber hinaus Erfahrungen aus den Vorjahren sowie Angaben zu bestimmten Flächen, meint Weichhan. Dazu zählt er unter anderem die Einlass- und Auslassbereiche, Fluchtwege, Zufahrtswege für Rettungsfahrzeuge, Aufstellflächen und Zugangsbereiche für Einsatzkräfte, Wartebereiche für Besucher sowie Entlastungsflächen. Weichhahn hat noch zwei Empfehlungen für Veranstalter: Das Hausrecht sollte an den Sicherheitsdienst übertragen werden und auch bei Indoor-Veranstaltungen sollten Unwettersituationen, wie etwa Gewitter während der Auslassphase, mit betrachtet werden.

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