Zwei Marinen, zwei (Impf-)Welten

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Admiral Michael M. Gilday bei seiner Impfung gegen Corona. (Foto: BS/U.S. Navy)

Der Chief of Naval Operations (CNO) der U.S. Navy, Admiral Michael M. Gilday, und der Master Chief Petty Officer of the Navy (MCPON) – der höchste Unteroffizier – MCPON Russel L.  Smith, richteten sich in einem Video zur aktuellen Impfung an die Marine. Hierbei beantworteten sie auch ausgewählte Fragen aus der Truppe. Dieses Video verdeutlicht vor allem die Unterschiede, die sich daraus ergeben, dass die USA über genügend Impfstoff verfügen. Dadurch konnten auch Admiral Gilday und MCPON Smith mit gutem Beispiel voran gehen und sich mit als erste in der Navy impfen lassen.

Dabei ist die Impfung gegen COVID-19 in der U.S. Navy freiwillig, nicht verpflichtend. Dies liege daran, so die Erklärung, dass die U.S. Food and Drug Administration (FDA) diese Impfung bisher nur als “Emergency Use” freigegeben hat, sie also eine vorläufige Zulassung besitzt, bis der umfangreiche Prozess zur endgültigen Zulassung abgeschlossen ist.

Bei der Bestellung – und Bezahlung – gingen die USA noch weiter außerhalb üblicher bürokratischer Wege. Bereits im Juli vergangenen Jahres kauften sie 100 Millionen Dosen des Impfkandidaten für 1,95 Milliarden U.S.-Dollar. In dem Vertrag enthalten war auch das Zugriffsrecht auf weitere 500 Millionen Dosen. Es war ein Risiko, für fast zwei Milliarden Euro Impfdosen einzukaufen, die eventuell nicht wirksam wären. Andererseits kostet der Lockdown Deutschland pro Woche 3,5 Milliarden Euro, so die Aussage des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gegenüber dem Spiegel.

Der damalige Präsident Donald Trump hat gepokert und gewonnen, zumindest den Kampf gegen Corona. Dadurch kann Admiral Gilday sich nun als einer der ersten in der Navy impfen lassen, um zu zeigen, dass die Impfung harmlos ist. Fast 40.000 Angehörige der Marine seien bereits geimpft, mit keinen oder nur geringen Nebenwirkungen.

Eine weitere Frage behandelte das Thema Masken und Social Distancing. MCPON Smith betonte, dass das Tragen von Masken und die Abstandsregeln trotz Impfungen vorerst beibehalten werden müssten, bis das Risiko durch COVID-19 deutlich reduziert sei. “Aber wir werden es durchgehend evaluieren, um zur Normalität zurück zu kehren”, so MCPON Smith.

Am Ende richtete Admiral Gilday noch den Appell an die Soldaten: “Ich rate euch dringend, dass ihr euch selbst, eure Schiffskameraden und eure Familie schützt, indem ihr euch impfen lasst, wenn ihr an der Reihe seid.”

Der deutsche Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Andreas Krause, musste in dem Inspekteurbrief vom 20. Januar 2021 deutlich andere Worte an seine Soldaten richten: “Gegenwärtig steht der Bundeswehr noch kein Impfstoffkontingent für die Immunisierung der eigenen Kräfte zur Verfügung. Es ist aber zu erwarten, dass dies in den kommenden Monaten erfolgt, wenn die ältere Bevölkerung und Angehörige der Risikogruppen geimpft wurden und die Hersteller den Impfstoff in ausreichenden Mengen bereitstellen können.”

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