Sozialer Wohnungsbau hemmt Integration?

0
592
(Foto: BS/Alper Çuğun, CC BY 2.0, www.flickr.com)

Laut Bericht der Fachkommission Integration der Bundesregierung wird die Integrationsfähigkeit maßgeblich durch integrative Stadtplanung bestimmt. Dabei steht der soziale Wohnungsbau einerseits für seine übermäßige Segregation in der Kritik, andererseits ist er nach wie vor ein rares Gut.

Die Nachfrage nach sozialem Wohnungsbau steigt gerade in den Ballungszentren immer mehr und stellt die betroffenen Kommunen nicht nur vor finanzielle Herausforderungen. Auch der Vorwurf der Segregation und damit der Bildung integrationshemmender Ghettos kommt immer wieder auf. Dieser Bericht spricht hier in erster Linie von ethischer und sozialer Segregation, wobei diese in sogenannten Problemvierteln resultieren kann und die Kommunen dann vor wieder andere Herausforderungen stellt.

Als Lösungsansatz wird, neben finanzieller Unterstützung für die betroffenen Kommunen, das Programm „Soziale Stadt“ hervorgehoben. Dieses Programm nimmt vor allem die durch Behörden angeleitete gesellschaftliche Integration in den Fokus, indem aktive Nachbarschafts-, Empowerment- und Netzwerkprogramme etabliert und gefördert werden.

Jenseits des staatlich geförderten Wohnungsmarktes kann auch das Vermieterverhalten eine soziale Durchmischung und damit eine räumliche Integration von Eingewanderten hemmen. So haben laut der Antidiskriminierungsstelle des Bundes in den letzten zehn Jahren circa 34 Prozent aller Wohnungssuchenden mit Migrationshintergrund, Erfahrungen mit rassistischer Diskriminierung gemacht. Als Antwort hierauf sollen die gesetzlichen Rahmenbedingungen in den Blick genommen werden und der soziale Wohnungsbau durch prozentuale Vorgaben gestärkt werde. Wie der Gefahr begegnet werden soll, dass dieser Wohnraum an die Ränder der Städte gedrängt wird, ist allerdings noch offen.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here