Übergriffe sind Normalität

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In drei Viertel aller Übergriffe auf Rettungskräfte sind Patienten die Täter. (Foto: Gerd Altmann, pixabay.com)

Rettungsdienstmitarbeiterinnen und -mitarbeiter erleben im Zeitraum eines Jahres mindestens einen Übergriff im Einsatz. Dies geht aus einer nicht repräsentativen Studie des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hervor. In drei Viertel aller Fälle sind Patienten selbst die Täter.

Der Großteil der betroffenen Kräfte erlebte ausschließlich verbale Gewalt wie Beleidigungen. Rund ein Drittel der Einsatzkräfte berichtete von verbalen und körperlichen Angriffen. 14,1 Prozent der Befragten erfuhren nur körperliche Gewalt wie Tritte oder Schläge. Ein Fünftel der Befragten erlebten ein- bis zweimal pro Woche verbale Gewalt.

Für die Studie wurden insgesamt 425 Fragebogen von Notfallsanitätern, Rettungsassistenten, Rettungssanitätern und weiteren Rettungsdienstmitarbeitern ausgewertet. Die Daten wurden von August bis November 2019 erhoben.

“Die häufigsten Gewaltanwendungen spielten sich mit 52 Prozent im innerstädtischen Bereich ab, gefolgt von sozialen Brennpunkten. An dritter Stelle kommen bürgerliche Wohngegenden und Großveranstaltungen”, erklärte der Leiter der Studie, DRK-Bundesarzt Prof. Dr. Peter Sefrin. Durch die Häufigkeit der beschriebenen Übergriffe könne man nicht von einem “singulären Ereignis” von einzelnen Mitarbeitern sprechen, so Sefrin. Als eine Ursache sieht der DRK-Bundesarzt einen “teilweise überzogenen Anspruch gegenüber dem Rettungspersonal”. Diesen hätte es zwar schon immer gegeben, jedoch wurde nicht versucht, dieses Anspruchsdenken mit Gewalt durchzusetzen.

Als Reaktion sprach sich DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt für eine bessere Schulung von Rettungsmitarbeitern für diese Situationen sowie eine konsequente Verfolgung der Täter aus. “Die Ergebnisse sind erschreckend. Wir müssen leider feststellen, dass Beleidigungen, Beschimpfungen und auch körperliche Übergriffe mittlerweile zum Alltag im Rettungsdienst gehören”, so Hasselfeldt.

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