Gefahr von wiederverwendeten Akkus untersucht

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Sogenannte "Second Life"-Batterien stammen aus E-Autos und werden in Gebäuden, Solar- oder Windkraftanlagen wiederverwendet. (Foto: BS/Markus Distelrath, pixabay.com)

Welche Gefahr geht von ausgemusterten Akkus von Elektrofahrzeugen, sogenannten “Second Life”-Batterien, die als stationäre elektrochemische Energiespeicher in Gebäuden oder Windparks wiederverwendet werden, aus? Dieser Frage widmen sich Expertinnen und Experten im Rahmen des nun gestarteten Projekts “Sicherheit elektrochemischer Energiespeicher in Second Life Anwendungen SEE-2L”.

Durch die erwartete Zunahme dieser Speichermedien, insbesondere Lithium-Ionen basierte Akkus, aufgrund der Energiewende, wird die Sicherheit dieser Batterien genauer untersucht. “Charakteristisch für diese Speichersysteme ist einerseits der hohe Energieinhalt pro Volumen und andererseits die Möglichkeit, dass elektrochemische Zellen in einen unkontrollierten Reaktionszustand übergehen, ohne dass dies vorher erkennbar ist”, erklärt die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb). Offen sei aber derzeit, wie genau die Lithium-Ionen-Technologie mit Blick auf den Brand- und Explosionsschutz beherrschbar ist.

Unter anderem sollen Fragen des Löschverfahrens, der Reaktionskontrolle oder des baulichen Brandschutzes geklärt werden. Oberstes Ziel sei der Schutz der Einsatzkräfte. Für die Forschungsarbeiten steht eine Großversuchsanlage bereit, bei der Batterien mit einem Energieinhalt von etwa 500 kWh getestet werden können. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit sollen schlussendlich für Schulungskonzepte für die feuerwehrtechnische Aus- und Weiterbildung dienen und bundesweit verbreitet werden. Bislang gebe es keine fundierte Grundlage für die Umsetzung einer einheitlichen taktischen Vorgehensweise.

An dem Projekt sind neben der vfdb das Institut für Apparate und Umwelttechnik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU), die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) und das Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen (IdF NRW) beteiligt. Das Forschungsprojekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms “Forschung für die zivile Sicherheit” gefördert.

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