Staatsfinanzen 2020: Defizit von 139,6 Milliarden Euro

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Die Corona-Krise verschlingt viel Geld. Das aktuelle Staatsdefizit ist das zweithöchste Defizit seit der deutschen Vereinigung. (Foto: Lothar Dieterich, pixabay.com)

Die Corona-Krise hat im Jahr 2020 nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zu einem Finanzierungsdefizit des Staates in Höhe von 139,6 Milliarden Euro geführt. Das war das erste Defizit seit 2011 und das zweithöchste Defizit seit der deutschen Vereinigung, nur übertroffen vom Rekorddefizit des Jahres 1995, in dem die Treuhandschulden in den Staatshaushalt übernommen wurden.

Das Finanzierungsdefizit im Jahr 2020 ergibt sich aus der Differenz zwischen den gegenüber 2019 um drei Prozent auf 1.563 Milliarden Euro gesunkenen staatlichen Einnahmen (2019: 1.610,6 Milliarden Euro) und den um 9,3 Prozent auf 1.702,6 Milliarden Euro gestiegenen Ausgaben (2019: 1.558,1 Milliarden Euro).

Die gute fiskalische Ausgangslage aus dem Jahr 2019, in dem alle Teilsektoren des Staates einen Überschuss verzeichneten, habe sich 2020 im Zuge der Corona-Krise teilweise drastisch verschlechtert. Insbesondere der Finanzierungssaldo des Bundes verschlechterte sich mit einem Rückgang um mehr als 100 Milliarden Euro erheblich und lag bei minus 86,6 Milliarden Euro. Die Sozialversicherungen wiesen ein Minus von 33,7 Milliarden Euro aus und auch die Länder schlossen das Jahr mit einem Defizit von 18 Milliarden Euro ab. Die Gemeinden verzeichneten 2020 auch aufgrund höherer Transfers von Bund und Ländern mit minus 1,3 Milliarden Euro ein vergleichsweises geringes Defizit.

Zum Defizit von Bund und Ländern trugen vor allem die Ausgaben für die staatlichen Sofort- und Überbrückungshilfen sowie die Beschaffung und Bereitstellung von Schutzausrüstung bei. Die gezahlten monetären Sozialleistungen erhöhten sich um 8,7 Prozent auf 593,1 Milliarden Euro.

Steuereinnahmen brechen gegenüber 2019 um 6,5 Prozent ein

Auf der Einnahmenseite blieben insbesondere die Steuereinnahmen mit einem Rückgang von 6,5 Prozent deutlich unter dem Vorjahresniveau. Während die Lohnsteuereinnahmen mit minus 2,3 Prozent moderat sanken, gingen die Einnahmen aus Unternehmenssteuern massiv um 13,5 Prozent zurück. Infolge des schwachen privaten Konsums und der temporären Senkung der Mehrwertsteuersätze ab dem 1. Juli 2020 nahmen auch die Einnahmen aus Gütersteuern um 6,9 Prozent ab. Allein die Einnahmen aus Sozialbeiträgen stiegen leicht um 1,7 Prozent.

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