Daseinsvorsorge und Wegezeiten im ländlichen Raum

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Daseinsvorsorge und kurze Wegezeiten sollen im ländlichen Raum sichergestellt werden. (Foto: BS/Oliver Liegemann, CC BY 2.0, www.flickr.com)

Das Baden-württembergische Projekt „Erreichbarkeitssicherung im Ländlichen Raum“ geht in die nächste Runde. Im Rahmen der Digitalisierungsstrategie digital@bw des Landes Baden-Württemberg soll ein Web-Modell den Landkreisen Orientierung bei der Raum-, Fach- und Verkehrsplanung bieten.

Für die Attraktivität des ländlichen Raumes sind die Anzahl von Standorten der Daseinsvorsorge und kurze Wegezeiten entscheidend. Rund 17.000 Standorte verzeichnen die am Projekt teilnehmenden Modell-Landkreise Sigmaringen, Tuttlingen und der Zollernalbkreis. Dafür wurde in den drei Landkreisen laut Prof. Dr.-Ing. Markus Friedrich vom Institut für Straßen- und Verkehrswesen der Universität Stuttgart (isv), „das komplette Verkehrsnetz für Rad, öffentlichen Verkehr und Personenkraftwagen aufgenommen.“

Das daraus entstehende digitale Planungswerkzeug soll als Entscheidungsunterstützung bei Strategie- und Maßnahmenplanungen der Infrastruktur helfen. Insgesamt fließen rund 900.000 Euro in das Projekt, welches voraussichtlich Ende 2021 abgeschlossen wird.

Anhand von thematischen Karten, hoher Benutzerfreundlichkeit und einfacherer Handhabung sollen Anwenderinnen und Anwender dann die Möglichkeit haben mit einer Web-Version des Erreichbarkeitsmodells zu arbeiten. Frau Stefanie Bürkle, Landrätin des bereits teilnehmenden Landkreises Sigmaringen, berichtet, dass die bisherigen Ergebnisse und die breite Palette an Einsatzmöglichkeiten bei Standortplanungen auf Kreis- und Gemeindeeben sie sehr zuversichtlich mache, so einen wesentlichen Beitrag zur Daseinsvorsorge im Ländlichen Raum leisten zu können. Mit der Standorterhebung ist die zweite Phase des Projektes abgeschlossen.

Die erste Phase des bundesweit einmaligen Forschungsprojekts endete bereits 2017. Damals wurden im Landkreis Calw Bevölkerungsdaten mit Daten von Verkehrsangeboten und Einrichtungen der Daseinsvorsorge zu einem Simulationsmodell miteinander in Beziehung gesetzt. „Unser Handeln zielt darauf ab, den Menschen im Ländlichen Raum auch in Zukunft Perspektiven zu bieten und das Leben auf dem Land attraktiv zu halten“, meinte Landwirtschaftsminister Peter Hauk damals, bei der Vorstellung des Abschlussberichts.

Mit der Erhebung und Digitalisierung dieser Daten wollen das Land Baden-Württemberg und das mit der wissenschaftlichen Begleitung des Projekts betraute isv der Frage nachgehen, wie der ländliche Raum trotz Schließungen von Arztpraxen, Supermärkten oder Postfilialen attraktiv bleiben kann. Dabei wird auch der Aspekt, welche Mobilitätsmaßnahmen negativen Auswirkungen entgegensteuern können, in den Blick genommen.

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