Neugestaltung der Hilfsfristen im Rettungsdienst angestrebt

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Das Land Baden-Württemberg möchte die Qualität des Rettungsdienstes weiter verbessern. (Foto: BS/Thorsten Töller, pixabay.com)

Das Land Baden-Württemberg strebt eine Neuausrichtung der Hilfsfristen im Rettungsdienst an. Die Hilfsfristen, die im Ländle im Rettungsdienstgesetz geregelt sind, schreiben vor, dass der bodengebundene Rettungsdienst nicht mehr als zehn bis höchstens 15 Minuten zum Einsatzort brauchen soll. In bisherigen Planungen der Bereichsausschüsse im Rettungsdienst wurde eine Hilfsfrist von 15 Minuten als ausreichend festgelegt. Dies soll sich nun ändern. Das Land will in Zukunft eine Frist von maximal zwölf Minuten für die Rettungsmittelstandorte anstreben.

“Die Hilfsfrist ist auch weiterhin eine planerische Größe für den Standort und die Zahl der Rettungsfahrzeuge und dient dazu, den Bedarf an Rettungsfahrzeugen sowie Rettungsdienstpersonal zu ermitteln”, erklärte Staatssekretär im Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration, Wilfried Klenk (CDU). Eine gesonderte notärztliche Hilfsfrist ist jedoch nicht geplant. Die Gründe dafür sind das vor kurzem verabschiedete Notfallsanitätergesetz (NotSanG), das den Sanitäterinnen und Sanitätern mehr Rechtssicherheit bei heilkundlichen Maßnahmen einräumt, die Einführung eines Telenotarztsystems und ein landesweites medizinisches Delegationskonzept.

Neben der Verringerung der Hilfsfristen plant das Land Baden-Württemberg weitere Qualitätsverbesserungsmaßnahmen im Rettungsdienst. So soll die Zeit zwischen dem Notrufeingang bis zur Einlieferung in ein Krankenhaus optimiert werden. “Hierzu sind bereits jetzt die einzelnen Zeitintervalle der Prähospitalzeit – Gesprächsannahme, Erstbearbeitung, Ausrücken, Anfahrt, Versorgung vor Ort, Transport und Übergabe – zu dokumentieren, zu evaluieren und soweit möglich planerisch zu optimieren. Neu soll sein, dass die Erstbearbeitung durch die Integrierte Leitstelle sowie das Ausrücken von Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug in bestimmten begrenzten Zeitfenstern zu erledigen ist”, so Klenk. Ebenso das Ergebnis des Strukturgutachtens für die Luftrettung (wir berichteten) umgesetzt werden. Durch die Stelle für trägerübergreifende Qualitätssicherung im Rettungsdienst (SQR BW) sollen zudem neue qualitative Kriterien für eine Planung im Rettungsdienst aufgestellt werden.

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