Reformierte Ausbildung im Heer

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Generalleutnant Alfons Mais, Inspekteur des Deutschen Heeres, bei seinem Besuch der neuen Offizieranwärter. (Foto: BS/ Bundeswehr/Maximilian Schulz)

Seit etwa neun Monaten durchlaufen die Offizieranwärter des Heeres die veränderte Offizierausbildung. In insgesamt 67 Monaten werden dabei aus den einstigen Rekruten Vorgesetzte von Feldwebeln, Unteroffizieren und Mannschaftssoldaten. Es ist der erste Jahrgang, der die reformierte Ausbildung erhält. “Die Entscheidung, die Ausbildung der Offizieranwärter umzustellen, war richtig, denn so generieren die jungen Soldaten eine engere Verbindung zu ihrer Truppengattung”, sagte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais. Dabei betonte er, dass die Offiziere bei dem früheren Ausbildungsmodell nicht schlechter ausgebildet worden seien. “Wir haben mit dem alten Ausbildungsgang gute Erfahrungen gemacht, die Ausbildung war nicht schlechter, sondern anders.”

Zu den Hintergründen berichtete das Deutsche Heer: “Die alte Offizierausbildung war so strukturiert, dass der angehende Offizier unter ‘seinesgleichen’ blieb. Von der Grundausbildung bis zum Ende des Studiums vergingen fast sieben Jahre, bis die Frauen und Männer aus der höchsten Laufbahn der Bundeswehr in der Truppe ankamen. Die Nachteile waren offensichtlich: Ein Offizier, der zur Truppe versetzt wird und dort als Vorgesetzter fungieren soll, hat vorher kaum gemeinsame Berührungspunkte mit der eigenen Truppengattung.

Ob Fallschirmjäger, Pioniere oder Logistiker: Jede Truppengattung hat ihre Besonderheiten, ob es nun Ausbildungsaspekte oder die Mentalität der Soldaten betrifft. Und als dann Vorgesetzter im Dienst bleibt wenig Zeit, sich in diese hineinzudenken, wenn man vorher nur wenige Einblicke in den Dienstalltag erhalten hat. Die Erwartungshaltung an den Offizier ist, dass er sofort in der Lage sein muss, effektiv zu führen und dabei auch seinen Untergebenen fachlich und menschlich gerecht zu werden.

Die reformierte Ausbildung trägt dazu bei, dass Offiziere bereits früh den Truppenalltag mit Mannschaften und Unteroffizieren teilen, um genau diese Probleme zu vermeiden. Dafür absolvieren die Offizieranwärter ihre Grundausbildung nicht mehr in den bisherigen Offizieranwärterbataillonen (OA-Bataillone), sondern in den jeweiligen Bataillonen der Verbände gemeinsam und durchmischt mit allen anderen Soldaten. Dadurch werden die jungen Offiziere bereits frühzeitig mit der Truppe sozialisiert und an sie gebunden. Die OA-Bataillone wurden bereits aufgelöst.”

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