Künstliche Intelligenz hilft saarländischer Polizei

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Bei der Plausibilitätsprüfung von im Rahmen von Verkehrsunfällen erhobenen Daten kann die saarländische Polizei in Zukunft auf die Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) zurückgreifen. (Foto: Erich Kasten, www.pixelio.de)

Die Polizei des Saarlandes kann künftig auf die Unterstützung durch Künstliche Intelligenz (KI) zurückgreifen. Geholfen wird den Beamtinnen und Beamten bei der Sachbearbeitung zu Verkehrsunfällen. Hier muss bei der Plausibilitätsprüfung von Angaben und ins System eingetragenen Daten noch viel manuell kontrolliert werden.

Mit der neuen Lösung erfolgt zum einen der Aufruf der Verkehrsunfallstatistik automatisch und nicht mehr händisch durch den polizeilichen Sachbearbeiter. Zum anderen werden mehr als 85 Prozent aller Verkehrsunfallvorgänge automatisch auf Plausibilität hin geprüft. Hier müssen derzeit noch die Polizisten bis zu 40 Parameter kontrollieren. Dies wird in Zukunft bei deutlich weniger Fällen der Fall sein. Der Mensch muss dann nur noch Fälle prüfen, die die KI entweder nicht zuordnen konnte oder die das Algorithmen-basierte System als nicht plausibel eingestuft hat. Damit einher geht eine deutliche Arbeitsentlastung und Zeitersparnis, wie auch der saarländische Innenminister Klaus Bouillon (CDU) betonte. Momentan würden die Beamten pro Jahr für diese Aufgabe etwa 6.000 bis 7.000 Arbeitsstunden aufwenden. In Zukunft dürften es wohl nur noch circa 2.500 sein.

Medienbruchfreie Arbeit

Die Applikation, die nun zur Anwendung kommt, hat laut Ressortchef rund 30.000 Euro gekostet und ist “made in Germany”. Sie wurde in enger Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Polizei entwickelt und könnte auch in anderen Bundesländern sowie in anderen polizeilichen Aufgabenfeldern genutzt werden. Bei der KI handelt es sich laut Bouillon um ein lernendes System, das aus seiner Sicht auch zu einer Erhöhung der Verkehrssicherheit beiträgt. Der Christdemokrat verspricht sich von der Anwendung eine Qualitätssteigerung und eine Fehlerminimierung. Zudem dürften durch sie Medienbrüche der Vergangenheit angehören. Nun müssen die Polizisten noch entsprechend geschult werden.

Cyber-Zentrum soll kommen

Bouillon kündigte zudem an, in den kommenden Jahren 20 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant in die Digitalisierung der Polizei zu investieren. So sollen unter anderem ein Cyber-Zentrum für die saarländische Polizei eingerichtet und eine spezielle Laufbahn für IT-Spezialisten bei der Landespolizei geschaffen werden.

Die neue Anwendung ist übrigens unabhängig von der Applikation zur mobilen Aufnahme von Verkehrsunfällen zu betrachten. Zu deren Entwicklung wurde laut Minister in einem ersten Schritt bereits 2016/2017 die Umsetzbarkeit einer Anwendung im Saarland geprüft. Dies sei wissenschaftlich durch das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken begleitet worden. Im Ergebnis sei eine nicht unerhebliche Zeitersparnis insbesondere durch die automatisierte Übertragung der Daten in das Vorgangsbearbeitungssystem belegt worden. Es habe auf der Hand gelegen, diese Technik weiterzuentwickeln. Dies sei dann auch in Kooperation mit Rheinland-Pfalz geschehen. Entstanden sei eine Sachbearbeitungs-App.

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