Digitaler Impfpass: Drei deutsche Firmen erhalten Zuschlag

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Den Impfausweis kann man demnächst bequem auf dem Smartphone transportieren. Allerdings ist auch die nicht-digitale Lösung möglich: auf einer Plastikkarte. (Foto: Markus Winkler, www.pixabay.com)

Nach einem Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums wird beabsichtigt, neben dem amerikanischen IT-Konzern IBM drei kleine deutsche Unternehmen im Prozess um den digitalen Impfpass einzubinden. Unter anderem werden das Kölner Start-Up Ubirch, die Genossenschaft govdigital und der IT-Dienstleister Bechtle mit der Entwicklung beauftragt. Die Deutsche Telekom, welche sich selbst ins Gespräch gebracht hatte, geht hingegen leer aus.

Die Sicherheitsstruktur des Impfpasses sieht eine dezentrale Speicherlösung vor, eine sogenannte Blockchain. Jeder Programmablauf wird auf mehreren Rechnern gleichzeitig verifiziert. Findet eine Impfung in einem Impfzentrum oder einer Arztpraxis statt, wird vor Ort ein QR-Code generiert. Dieser enthält Namen, Geburtsdatum, Art des Impfstoffs, Datum der Impfung, Signatur des Impfzentrums bzw. des Impfarztes und einen Hinweis, ob es sich um die erste oder zweite Impfung handelt.

Allerdings werden diese Informationen nur bei der geimpften Person selbst gespeichert und nicht zentral. Wenn diese sich als geimpft ausweist, prüft die Software des Veranstalters lediglich, ob die Prüfsummen aus der Blockchain und die aus dem vorgelegten QR-Code übereinstimmen. Eine Online-Übertragung ist dafür nicht notwendig. Vorteil dieser Variante ist die hohe Cyber-Sicherheit: Es ist keine unbemerkte Veränderung der Blockchain oder ein Auslesen der Daten möglich. Auch ist der Code fälschungssicher. Die einzig nicht vermeidbare Sicherheitslücke liegt beim Impfarzt selbst. Dieser könnte ein Zertifikat anfertigen und mit seinem digitalen Arztausweis verifizieren, obwohl die entsprechende Person keine Impfung erhalten hat. In diesem Fall droht dem betreffenden Arzt allerdings der Entzug seiner Approbation.

Der Zeitplan für den Start des Programms ist sehr ehrgeizig. Bereits innerhalb acht Wochen soll der digitale Impfpass samt Praxisanbindung und App für iOS und Android fertiggestellt sein. Nutzerinnen und Nutzer, die kein Smartphone nutzen können oder wollen, können den QR-Code auch auf eine Plastikkarte drucken lassen.

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