2020: 378 Menschen ertrunken

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Im vergangenen Jahr verstarben an deutschen Gewässern 378 Menschen. (Foto: BS/Divebalu, pixabay.com)

Der Rückgang der Zahl war abzusehen. Im Vergleich zum Vorjahr sind 2020 rund neun Prozent weniger Menschen in Deutschland ertrunken. Insgesamt sank die Zahl der Todesopfer auf 378. Dies geht aus der nun veröffentlichten Statistik der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hervor. Der Rückgang ist jedoch nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt gewesen.

Während im August 2019 nur 45 ertrunkene Personen zu beklagen waren, konnte ein deutlicher Anstieg auf 117 verunglückte Personen im Vergleichsmonat 2020 verzeichnet werden. Der DLRG-Präsident Achim Haag erklärte diesen Anstieg mit einem besonders heißen Augustwetter, das von vielen Menschen für einen Ausflug an die Binnengewässer und die Strände an Nord- und Ostsee genutzt wurde. “Dadurch, dass Corona-bedingt zudem viele Menschen in Deutschland geblieben sind oder Urlaub gemacht haben, war der Andrang teilweise sehr groß und unsere Ehrenamtlichen an den vielen Rettungsstationen hatten viel zu tun”, so Haag weiter. Insgesamt ereigneten sich in den Sommermonaten von Juni bis August rund 60 Prozent der Unfälle.

Als Unfallschwerpunkt konnten wieder Binnengewässer identifiziert werden. 335 Menschen verloren an Flüssen und Seen ihr Leben. Haag wünschte sich: “Hier würden wir als DLRG gerne gezielter mit den Kommunen zusammenarbeiten, um mithilfe unserer vielen Rettungsschwimmenden mehr Gefahrenstellen zu entschärfen.”

Neben den Todesfällen zeigte sich die Gesellschaft aufgrund der verschlechternden Rahmenbedingungen für den Schwimmunterricht alarmiert. “Das Jahr 2020 war für die Schwimmausbildung ein verlorenes Jahr. Diese Entwicklung ist alarmierend und hat bereits vor der Pandemie begonnen. Fast 25 Prozent aller Grundschulen können keinen Schwimmunterricht mehr anbieten, weil ihnen kein Bad zur Verfügung steht und ausbildende Verbände wie die DLRG haben lange Wartelisten von ein bis zwei Jahren für einen Schwimmkurs. Mehr als jeder zweite Grundschulabsolvent ist kein sicherer Schwimmer mehr”, beklagte der DLRG-Präsident. Es müssten mehr Bäder saniert und der Schulschwimmunterricht sichergestellt werden.

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