Modellprojekte sind gut, ihre Umsetzung bleibt schwierig

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Modellprojekte der "sozialen Stadt" nehmen benachteiligter Stadt- und Ortsteile in den Blick. (BS, Mifactori | Lars Zimmermann, CC BY 2.0, www.flickr.com)

Der Bericht der Bundesregierung zur Umsetzung der bundesweiten ressortübergreifenden Strategie “Soziale Stadt – Nachbarschaften stärken, Miteinander im Quartier” fällt verhalten aus. “So besteht zum Beispiel weiterhin ein großer Handlungsbedarf in den Bereichen Bildung, Arbeitsmarkt, Ausbildung, Armutsprävention, Förderung der Nutzung digitaler Instrumente.”

Der Bedarf an sozialen, familienorientierten und bildungsunterstützenden Aktivitäten und damit der integrierten Ansätze sei in den Quartieren größer denn je. Schwierige Lebenssituationen haben sich laut Bundesregierung während der Pandemie noch verschärft und vorhandene Programme seien noch nicht konkret genug auf ihre Handlungsfelder ausgelegt gewesen.

Die Verlagerung auf digitale Kommunikationsformen habe beispielsweise dazu geführt, dass nur Bewohnerinnen und Bewohner benachteiligter Stadt- und Ortsteile erreicht werden konnten, die über die technische Ausstattung verfügen.

Zwischen 2017 und 2020 hat das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI)

bereits jährlich zehn Millionen Euro für die Umsetzung bereitgestellt. Im Zuge dessen sind Modellprogramme für Jugendmigrationsdienste, Sportprogramme, Kunst- und Kulturprojekte, Verbraucherstärkung, gesundheitliche Chancengleichheit und politische Teilhabe entstanden. Die Bundesregierung erklärt: “Der erprobte Quartiersansatz bringt einen Mehrwert für die Projektarbeit [und] neuen Modellprojekte schließen vor Ort Angebotslücken.” Dennoch sei eine stärkere Vernetzung wünschenswert.

Zudem wird bemängelt, dass es in einigen Bundesressorts an Ressourcen in den Umsetzungsstrukturen gefehlt habe und das BMI die administrative Betreuung der Modellprojekte übernehmen musste.

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