Super Recogniser für die Polizei

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Ein bis zwei Prozent der Bevölkerung haben überdurchschnittlich ausgeprägte Fähigkeiten im Erkennen von Gesichtszügen. (Foto: BS/ geralt, pixabay.com)

Baden-Württembergs Polizei möchte in Zukunft vermehrt auf Super Recogniser setzen. Dabei handelt es sich um Menschen, die über überdurchschnittliche Einprägungs- und Erkennungsfähigkeiten für menschliche Gesichter verfügen. Um diese Begabung zu identifizieren und für Ermittlungen einzusetzen, soll von der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg nun ein Testverfahren etabliert werden.

Nur ein bis zwei Prozent der Menschen haben das Potenzial zum Super Recogniser. Durch fehlende Erprobung kann es jedoch sein, dass die seltene Begabung nicht entdeckt wird. In einem dreistufigen Testverfahren möchte die Hochschule für Polizei in Baden-Württemberg daher Super Recogniser unter den Polizeibeamtinnen und -beamten ausfindig machen. Dabei werden diese auf ihre Fähigkeiten der Gesichtserkennung in Bereichen wie Kurzzeit, Langzeit, Gesichtsvergleich oder der Identifikation von Gesichtern in Menschenmengen getestet. Man befände sich aktuell in der zweiten Phase, zur dritten würden nur Personen zugelassen, die in den vorigen Stufen herausragende Leistungen erbracht hätten. Mehrere hundert freiwillige Teilnehmende können bisher im Programm verzeichnet werden, das durch die Corona-Pandemie ausschließlich im Online-Format durchgeführt wird. Die durch das Verfahren erfassten Super Recogniser sollen dann auf die regionalen Polizeipräsidien verteilt werden. Bereits in der Vergangenheit hätten Super Recogniser wertvolle Arbeit in Ermittlungen geleistet. So sei die Identifikation von Tatverdächtigen aus den Krawallen in Stuttgart im Juni letzten Jahres maßgeblich auf die Erkennung von Gesichtern durch einige Beamte zurückzuführen. Dabei hätten diese ihre Fähigkeiten trotz widriger Umstände wie verwackelter oder dunkler Videoaufnahmen unter Beweis gestellt. Aufgrund der Erfahrungen und Ermittlungserfolge soll dieser Kurs daher fortgesetzt werden. “Dieses Potenzial wird uns helfen, mehr Kriminelle zu identifizieren und damit der Strafverfolgung zuzuführen”, unterstreicht Innenminister Thomas Strobl (CDU).

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