Greensill-Pleite: Auch der Freistaat Thüringen ist betroffen

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Das Land Thüringen hat 50 Millionen Euro bei der Greensill-Bank angelegt. Glaubt diese aber noch nicht verloren. Hier im Bild Erfurt. Die Landeshauptstadt des Freistaates. (Foto: analogicus, pixabay.com)

Der Freistaat Thüringen gehört im Rahmen seines Liquiditätsmanagements zum Anlegerkreis der Greensill-Bank. Die Bankenaufsicht (BaFin) hatte Anfang März die Bremer Greensill Bank mit einem Moratorium belegt und damit alle laufenden Bankgeschäfte eingefroren.

Entsprechend ist der Freistaat betroffen. “Im Rahmen des Liquiditätsmanagements des Landes arbeiten wir mit den liquiden Mitteln, um die durch die EZB auferlegten hohen Gebühren zu vermeiden”, so Thüringens Finanzministerin Heike Taubert. Der Fokus habe auf der Vermeidung von Klumpenrisiken durch ausreichende Streuung gelegen. Ein echter Zinsgewinn sei mit Anlagen dieser Art nicht verbunden. Zwar lege der Freistaat vorrangig bei öffentlichen Banken sein Geld an. Geldanlagen bei privaten Banken seien aus Gründen der Diversifizierung jedoch möglich.

Eine Bank mit A-Rating mit Sitz in Deutschland sowie entsprechenden Einlagesicherungen für Private habe dem Anforderungsprofil des Thüringer Finanzministeriums entsprochen. Daher wurden vom Land zwei Termingeldanlagen mit je 25 Millionen Euro mit fester Laufzeit abgeschlossen. Neben Thüringen sind auch rund 50 Kommunen in Deutschland von der Greenshill-Pleite betroffen.

Thüringen hofft noch auf Rückzahlung seiner Anlagen

Im Thüringer Finanzministerium geht man davon aus, dass die BaFin als Bankenaufsicht – anders als bei Wirecard – rechtzeitig die Reißleine gezogen habe und damit das Geld institutioneller Anleger gesichert ist. Presseberichten zufolge war die Aufsichtsbehörde seit August vergangenen Jahres mit den Zahlen rund um die Greensill Bank AG vertraut. Im Thüringer Finanzministerium werden daher aktuell rechtliche Schritte geprüft, sollte sich herausstellen, dass die Aufsichtsbehörde in den vergangenen sieben Monaten ungenügend gehandelt hat.

Durch das Moratorium der BaFin bestehe aktuell die Chance, dass das noch ausstehende Geld in den nächsten Tagen wieder an den Freistaat zurückfließen könnte, heißt es aus dem Finanzministerium. “Wir werden unsere Forderungen im Interesse des Landes mit allen möglichen Mitteln geltend machen”, so Heike Taubert. Der aktuelle Haushalt sei zudem von einem möglichen Ausfall nicht betroffen.

Die Finanzministerin will auf Grund der Ereignisse die eigenen Richtlinien zur Geldanlage überarbeiten lassen. Die Rolle der privaten Banken soll noch strenger reflektiert werden.

1 Kommentar

  1. Es stellen sich mir zwei Fragen:

    1. Warum wurde im Thüringer Finanzministerium niemand misstrauisch, dass Greensill Einlagenzinsen zahlen kann, wenn dies keiner anderen Bank möglich ist?

    2. wieso hat der Freistaat 50 Mio. € zu Anlagezeecken übrig? Zahlen wir Bürger etwa zu viele Steuern, dass der Staat damit spekulieren darf?

    Früher wäre für diesen Verlust ein Finanzminister zurückgetreten.

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