Bundeswehrforschung zu Quantencomputern

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Die Bundeswehr ist auf verlässlich sichere Daten und Kommunikation angewiesen. (Foto: BS/Rohde & Schwarz)

Der Quantencomputer gilt als das große Biest am Horizont der IT-Sicherheit. Bisher konnten Quantencomputer zwar nur speziell für Quantencomputer geschriebene Probleme lösen, aber sollte eines Tages der Durchbruch gelingen, müsste die Cybersicherheit neu gedacht und vor allem auch neu aufgestellt werden.

Wie einer Kleinen Anfrage der FDP (Drucksache 19/27310) zu entnehmen ist, forscht auch die Bundeswehr in verschiedenen Bereichen: “Die physikalischen Lösungen, die zurzeit erforscht werden, bieten unabhängig von bereits angedachten Verwendungen (wie Quantum Key Distribution) weitere Potentiale. Die Identifizierung von weiteren Einsatzmöglichkeiten – auch im IT-Sicherheitsbereich – ist ein offenes Forschungsthema. Die wehrtechnische Forschung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) zielt dabei explizit auf die militärische Verwendbarkeit dieser Technologien, wobei die Erkenntnisse, die bei dieser Forschung gewonnen werden, auch zur Abschätzung der Dual-Use-Potenziale dieser Technologien beitragen. Im Bereich der universitären Forschung im Geschäftsbereich des BMVg betreibt darüber hinaus das Forschungsinstitut CODE an der Universität der Bundeswehr München Grundlagenforschung in den Bereichen Quantencomputing, Quantenkommunikation und Postquantenkryptographie.”

Ein Problem mit den Quantencomputern ist allerdings, dass noch niemand vorhersagen kann, ob diese Technologie tatsächlich praktisch nutzbar bzw. umsetzbar ist. Daraus ergibt sich das zweite Problem, dass der Nutzen und die Möglichkeiten nur geschätzt werden können. In Expertenkreisen weit verbreitet ist allerdings die Befürchtung, dass sie sich nutzen lässt und dann die IT-Sicherheit, besonders die Kryptographie, in ihrer jetzigen Form wirkungslos macht.

“Im Rahmen des Projekts Krypto-Modernisierung der Bundeswehr ist das BMVg bestrebt, sukzessive quantensichere Systeme oder Produkte zu beschaffen oder entwickeln zu lassen. Darüber hinaus werden bei Verfügbarkeit nur entsprechend kryptographisch konfigurierbare Produkte beschafft, die mit geringem Aufwand zu gegebener Zeit quantensicher gemacht werden können”, antwortete die Bundesregierung auf eine entsprechende Frage. “Im Hochsicherheitsbereich sind algorithmische Mitigationsmaßnahmen möglich. Zudem führt das BSI eine Migration zu quantencomputerresistenter Kryptografie durch. Im April 2020 wurden vom BSI Handlungsempfehlungen zur ‚Migration zu Post-Quanten-Kryptografie‘ veröffentlicht. Für 2021 ist die Veröffentlichung eines ausführlichen Leitfadens zum gleichen Thema vorgesehen.”

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