Erstes MELLS-Schießen in Wildflecken

0
496
Das erste MELLS-Schießen auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken war ein Erfolg. (Foto: BS/Bundeswehr/Andrea Rippstein)

Deutschland stellt als dichtbesiedeltes Land für die Übung mit neuen Waffensystemen durchaus eine Herausforderung dar. So kann etwa das Panzerabwehrsystem MELLS in Entfernungen von 200 bis 4.000 Metern wirken, womit es die Lücke zwischen Panzerfaust und Artillerie abdeckt. Obwohl MELLS bereits seit einigen Jahren in der Bundeswehr vorhanden ist, zuerst wurde es in den Spezialkräften eingeführt, fand nun zum ersten Mal ein Schießen auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken statt.

“MELLS erfreut sich einer großen Beliebtheit bei der Truppe, weil das System zuverlässig ist und sich als kriegstauglich bewährt hat”, erklärte Oberstabsfeldwebel Jörg Michael Pollentzke, Hörsaalleiter in der II. Inspektion des Ausbildungszentrums Infanterie in Hammelburg. “Bisher fuhren wir zum Truppenübungsplatz nach Klietz.” Der Truppenübungsplatz Klietz liegt in Sachsen Anhalt, etwas über 400 km entfernt vom bayerischen Hammelburg.

Wildflecken ist hingegen nur rund 40 km entfernt, hier war allerdings die zeitweise Sperrung von Straßen sowie Ausnahmegenehmigungen notwendig, um das Schießen mit MELLS zu ermöglichen. Der Großteil der Ausbildung mit MELLS findet aktuell im Simulator statt. Dies bereitet die Soldaten zwar optimal auf die Nutzung des Waffensystems vor, kann eine echte Übung allerdings nicht vollständig ersetzen.

Das “Lenkflugkörpersystem durchschlägt alle derzeit bekannten Panzerungen und ist das Beste, was der internationale Markt zu bieten hat”, so die Bundeswehr. “Im Flugkörper sind eine fest verbaute Kamera, GPS und Glasfaserkabel enthalten, die während des Fluges Daten des Gefechtskopfes an den Schützen übertragen und den Flugkörper bis zum Einschlag lenkbar machen.” Mit MELLS werden die alten MILAN und TOW abgelöst.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here