Agilität stärken

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Detlef Krause (rechts) ist Vice President EMEA Central und Deutschlandchef von ServiceNow. Stefan Fischer (links) leitet den Bereich Public Sector bei ServiceNow. Fotos: BS/ServiceNow

Digitale Workflows, das zeigt nicht zuletzt die aktuelle Krise, sind elementar für die Handlungsfähigkeit von Staat und Verwaltung. Wo diese fehlen oder rudimentär bzw. ineffektiv implementiert sind, kommt es zu Problemen. Schul- und Gesundheitswesen liefern hierfür derzeit vielfältige Beispiele. Das Unternehmen ServiceNow hat sich mit seiner Plattform auf digitale Workflows spezialisiert und möchte diese zukünftig noch stärker den Kunden in der öffentlichen Verwaltung anbieten. Über Angebot und Strategie des Unternehmens für den Public Sector sprach der Behörden Spiegel mit Deutschlandchef Detlef Krause und Public-Chef Stefan Fischer. Das Interview führte Guido Gehrt.

Behörden Spiegel: Herr ­Krause, für diejenigen, die das Unternehmen noch nicht kennen sollten, was bietet ServiceNow seinen Kunden an?

Krause: Ich hoffe, dass viele Leser ServiceNow bereits kennen. Unser grundlegendes Ziel ist es, die Arbeit zu vereinfachen. Hierzu schaffen wir digitale Workflows, die erstklassige Kunden- und Mitarbeitererfahrungen bieten. Wenn Mitarbeiter bspw. ein Problem im Bereich Personal, IT oder auch ein juristisches Problem bei der Arbeit haben, dann können unsere Workflows dafür intern eine Lösung darstellen. Wir stärken damit Agilität, Resilienz und die Leistungsfähigkeit. Fast 7.000 Organisationen weltweit vertrauen mittlerweile ServiceNow. Wir glauben, dass wir mit unseren Lösungen die Kunden optimal auf die künftigen Herausforderungen und die Arbeitswelt der Zukunft vorbereiten können. Ein Beispiel dafür ist, dass wir am Beginn der Pandemie eine sogenannte Safe Workplace Suite entwickelt haben. Mit dieser Applikation konnten Unternehmen die Rückkehr an den Arbeitsplatz nach dem ersten Lockdown sicher gestalten und somit der Gesundheit ihrer Mitarbeiter Rechnung tragen.

Behörden Spiegel: Welche Branchen sprechen Sie mit diesem Portfolio an?

Krause: Grundsätzlich sprechen wir alle Branchen an. Wir sind zwar vertikalisiert und fokussieren uns auf einzelne Industrien, aber das Gesamtportfolio hat für jede Branche passende Lösungen.

Behörden Spiegel: Welche Rolle spielt das Geschäft mit dem Public Sector in Ihrem Unternehmen?

Krause: Die größten Projekte der letzten Quartale von ServiceNow International haben wir im öffentlichen Sektor gemacht.

Systeme mit älteren Technologien gehören sicherlich heute zu den großen Hindernissen im öffentlichen Sektor. Wir glauben, dass auch dort die digitale Transformation vom steigenden Datenvolumen getrieben wird, von der wachsenden Anzahl an Hacker-Angriffen sowie hohen Anforderungen und Erwartungen der Bürger. Diese wollen den Prozess in der öffentlichen Verwaltung so haben, wie wir ihn in anderen Lebensbereichen gewohnt sind. Eine integrierte Cloud-Lösung kann hier helfen, den digitalen Wandel erfolgreich zu gestalten und gleichzeitig Einsparpotenziale zu heben.

Vor diesem Hintergrund investieren wir aktuell massiv in den Public Sector, in Ressourcen, in den Aufbau des Teams. Mit Stefan Fischer konnten wir einen Leiter gewinnen, der über viel Erfahrung im Public Sector verfügt. Sein Team ist in letzter Zeit bereits um 300 Prozent gewachsen. Dies zeigt, welche Bedeutung dieser Bereich für uns hat und dass wir unseren Auftritt hier zukünftig weiter ausbauen werden.

Behörden Spiegel: Herr Fischer, welche Bereiche des Public Sectors haben Sie mit Ihren Angeboten besonders im Fokus? Lässt sich das eingrenzen?

Fischer: Nein, denn wir haben ja eine Situation, in der alle Bereiche des öffentlichen Bereichs die Digitalisierung vorantreiben.

Auf der Bundesebene spricht man über die IT-Konsolidierung, bei den Ländern und Kommunen ist es das Thema Onlinezugangsgesetz und die Modernisierung der Verwaltung ganz generell. Im Programm Polizei 2020 werden in den nächsten Monaten die Weichen für eine schrittweise Umsetzung gestellt. Krankenhäuser sind über das Krankenhauszukunftsgesetz und dessen Finanzierung aufgefordert, die stärkere Vernetzung von Leistungserbringern und bessere Patientenanbindung voranzutreiben. Wenn man dann die Sozialwirtschaft nimmt, warten wir Mitte des Jahres auf das Digitale Versorgungs- und Pflege-Modernisierungs-Gesetz, um Pflegepersonal, zu Pflegende und deren Angehörige mit digitalen Angeboten das Leben und Arbeiten einfacher zu machen. Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Kirchen – aus allen Richtungen sehen wir Bedarfe.

Gemeinsam mit unseren Partnern können wir in all diesen Bereichen an Lösungen mitwirken.

Behörden Spiegel: Könnten Sie vielleicht noch ein, zwei konkrete aktuelle Angebote nennen, wo ServiceNow momentan im Public Sector hierzulande unterwegs ist?

Fischer: Sehr gerne. Bei Themen der IT-Konsolidierung auf Bundes- und Landesebene bietet z. B. unser IT-Portfolio jede Menge Ansatzpunkte. Das beginnt beim IT-Service und IT-Operation-Management. Wir haben standardisierte und automatisierte Prozesse rund um IT. Das erstreckt sich dann weiter auf Software-Asset-Management für Transparenz und Compliance im Softwarebestand. Wir bieten Tools für umfassendes Projektmanagement oder ermöglichen die Überwachung von Risiken z. B. in der Zusammenarbeit mit wichtigen Lieferanten in IT-Infrastrukturen.

Digitalisierung, das zeigt sich aktuell in der Pandemie ganz besonders, braucht Standards. Das Prinzip “Einer für alle” im Rahmen der OZG-Umsetzung deutet unmissverständlich auch in Richtung einer einheitlichen IT-Architektur für Plattform und Basiskomponenten. Damit schließt sich der Kreis zu ServiceNow. Wir können schnell eine Vielzahl von Services bereitstellen und die Interaktion zwischen Bürgern und der Verwaltung transparent abbilden. Dabei nutzen wir sowohl bewährte Fachverfahren als auch neue Applikationen. ServiceNow baut mit seinem Kundenservicemanagement, der App Engine und einer Technologieplattform für Integration, Workflows und Automatisierung letztendlich eine Brücke zwischen Verwaltung und Bürgern. Damit können wir auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene Projekte unterschiedlicher Reifegrade in der Umsetzung unterstützen. Unsere Lösung für das Impfmanagement in Deutschland zeigt, dass es möglich ist, dem Bürger einfache und transparente Prozesse zu bieten, dabei vorhandene Fachverfahren und Register zu inte­grieren und letztendlich übergreifende Prozessketten anzubieten. Das können wir schnell, wirksam und sehr pragmatisch.

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