Zu wenig Personal für regelmäßige Kontrollen

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Von Waffen in Privatbesitz können Gefahren ausgehen. Um diese zu minimieren und für mehr Kontrollen zu sorgen, braucht es allerdings mehr Personal bei den zuständigen Behörden vor Ort. (Foto: Dirk Kruse, www.pixelio.de)

Im nationalen Waffenregister sind hierzulande rund fünf Millionen Waffen verzeichnet. Nach Angaben der Bundesregierung befinden sich 950.000 Waffen oder Waffenteile im Privatbesitz von Personen mit ständigem Wohnsitz in Deutschland. Hier finden zu selten Kontrollen statt.

Denn die zuständigen Waffenbehörden vor Ort seien oftmals personell unterbesetzt, kritisiert Oliver Malchow. So könnten – wenn überhaupt – die gesetzlich vorgeschriebenen Überprüfungen durchgeführt werden. Zusätzliche Maßnahmen seien aus Ressourcenmangel in der Regel nicht möglich, bemängelt der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Auch müsse der Informationsaustausch zwischen den Polizeien und den örtlichen Waffenbehörden weiter verbessert werden. Denn sobald sich Waffen an einem polizeilichen Einsatzort befänden, könne sich die Lageeinschätzung erheblich verändern. Außerdem sei dann eine erhöhte Eigensicherung der Beamtinnen und Beamten notwendig, so Malchow.

Die Innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Dr. Irene Mihalic, sieht noch an einer anderen Stelle Verbesserungsbedarf: bei der psychologischen Eignungsprüfung für private Waffenbesitzer. Hier versuche der Gesetzgeber allerdings bereits Lücken zu schließen, gab Jürgen Kohlheim zu bedenken. Der Rechtsanwalt und Experte für Waffenrecht vom Deutschen Schützenbund findet zugleich: “Wir können niemandem in den Kopf schauen.” Auch wenn den Sportschützen die möglichen Gefahren durch Waffen im Privatbesitz bewusst seien, gebe es immer ein Restrisiko. Schließlich seien die Vereinsvorsitzenden keine Psychologen.

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