Angebot für die deutsche Luftverteidigung

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Im Hintergrund das bereits im Export erfolgreiche Luftverteidigungssystem IRIS-T SL, im Vordergrund die Ende letzten Jahres von Diehl Defence vorgestellte SHORAD (Short-Range Air-Defence) Lösung, für die IRIS-T SL auf einem Eagle von General Dynamics European Land Systems (GDELS) integriert wurde. (Foto: ARGE NNbS)

Heute unterzeichneten Rheinmetall, Diehl und Hensoldt eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE), um sich gemeinsam für das zukünftige deutsche Luftverteidigungssystem Nah- und Nächstbereichsschutz (NNbS) zu bewerben.

Mit NNbS soll die entsprechende Fähigkeitslücke in der mobilen Luftverteidigung geschlossen werden, die sich nach dem Kalten Krieg durch das Ausphasen der Systeme und Fähigkeiten vor allem aus dem Heer ergab. Das Projekt wird in mehreren Phasen realisiert. Innerhalb des Teilprojektes 1 “Erstbefähigung Land” steht dabei die Beschaffung von Fahrzeugen zum Schutz vor Feuerwaffen, Lenkflugkörpern, Raketen, Marschflugkörpern und unbemannten Fluggeräten an. Vorgesehen ist ein Umfang von vier Feuereinheiten, die Ausschreibung erfolgt voraussichtlich 2022. Hiermit würde der Schutz von drei Brigaden und Divisionstruppen einer Division möglich, so die Einschätzung der Bundeswehr.

Die ARGE NNbS will nun mit vorhandenen Systemen und Systemkomponenten eine schnell verfügbare, nationale und risikoarme Lösung anbieten. Die Systemkonzeption der ARGE NNbS nutzt hauptsächlich erprobte Systeme und Teilsysteme, unter Einbindung von sich bereits in der Nutzung durch die Bundeswehr befindlichen Komponenten. Rheinmetall wäre dabei vor allem der Integrator, bei bestimmten Lösungen auch der Plattformhersteller. Der Hauptteil der Sensoren – vor allem die Radare – soll von Hensoldt kommen. Diehl Defence wird die Effektoren IRIS-T bzw. IRIS-T SL stellen.

Beim mobilen Schutz ist im Teilprojekt 1 NNbS vorerst eine reine Lenkflugkörperlösung vorgesehen. Hier bietet der gemeinsame Ansatz der ARGE den Vorteil der Zweitverwertung der bereits in der Bundeswehr (Luftwaffe) vorhandenen Lenkflugkörper IRIS-T. Schließlich haben diese nur eine begrenzte Standzeit am Flugzeug. Es spricht allerdings nichts dagegen, sie danach für die bodengebundene Luftverteidigung weiter zu verwenden, statt sie entsorgen zu müssen.

Ein weiteres Augenmerk der ARGE NNbS liegt auf der umfassenden logistischen Versorgung des Luftverteidigungssystems direkt aus Deutschland heraus.

Zeitplan NNbS

Teilprojekt 1 “Erstbefähigung Land”: Ausschreibung voraussichtlich 2022

Teilprojekt 2 Lasereffektor: Wurde aus NNbS herausgelöst und ging als Waffensystem für Marine-Einheiten Anfang 2021 unter Vertrag.

Teilprojekt 3 “Folgebefähigung Land”: Ausschreibung voraussichtlich 2026

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