Sicherheitspolitische Jahresvorschau 2021

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(Grafik: Bundesheer)

Das österreichische Verteidigungsministerium veröffentlichte unter dem Titel “Sicher. Und Morgen?” seine sicherheitspolitische Jahresvorschau 2021. Nach einer prägnanten Einführung in die aktuelle Lage folgen Abrisse zu ausgewählten sicherheitspolitischen Trends (z.B. “Die geopolitischen Herausforderungen Europas” oder “Die Rolle Chinas in der Entwicklungsdynamik globaler Kräfteverhältnisse”), gefolgt von einem Kapitel mit mehreren Beiträgen zu den “Risiken im Umfeld der EU”. Weitere Kapitel mit jeweiligen Schwerpunktartikeln befassen sich mit der “Systemebene EU” sowie “Fokusthemen 2021”.

Interessant ist vor allem das “Risikobild Österreich 2021” von Generalmajor Dr. Johann Frank, Direktor des Instituts für Friedenssicherung und Konfliktmanagement an der Landesverteidigungsakademie Wien. Diese Risikoanalyse basiert auf einer eigens für diese Zwecke etablierten Methodik und Prognosesoftware sowie auf einem breiten, mehr als 200 internationale und nationale Expertinnen und Experten umfassenden Analysenetzwerk. In den vergangenen Jahren hatte sich diese Analyse als bemerkenswert zuverlässig erwiesen. So traten im vergangenen Jahr bis auf den Blackout alle Vorhersagen ein. Mit dem Terroranschlag vom 2. November 2020 mit vier Toten und 23 zum Teil schwer Verletzten sei sogar der islamistische Terrorismus – wie prognostiziert – in Österreich angekommen.

“Zu Beginn des Jahres 2021 ist eine qualitative Veränderung in der Beurteilung der Risikolage Österreichs festzustellen. Die Sicherheitslage Österreichs ist nicht mehr bloß von einer allgemeinen und eher abstrakten Verschlechterung der Lage gekennzeichnet, vielmehr sind mehrere der bislang nur prognostizierten Szenarien nunmehr auch tatsächlich eingetreten. Heute ist die Sicherheit Österreichs von deren Auswirkungen real gefordert. Kurz: Der Bewährungsfall für die österreichische Sicherheitspolitik ist eingetreten!”, beschreibt Generalmajor Dr. Frank in seinem Ausblick auf das laufende Jahr. “Aus den der Grafik des Risikobilds 2021 zu Grunde liegenden Analysen lassen sich für Österreich für die nächsten zwölf bis 18 Monate fünf zentrale sicherheitspolitische Herausforderungen ableiten: 1. die Corona-Pandemie und ihre strategischen Auswirkungen; 2. neue resilienzgefährdende Extremereignisse, insbesondere Blackout und Großschadensereignisse; 3. Cyber- und Terrorangriffe; 4. die Eskalation regionaler Konflikte in und um Europa mit besonderem Blick auf den östlichen Mittelmeer-Raum und das nördliche und westliche Afrika und 5. hybride Bedrohungen in und gegen Österreich.”

Die Sicherheitspolitische Jahresvorschau 2021 ist hier als PDF erhältlich.

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