50 Millionen Euro für sichere digitale Identitäten

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Fordert ein höheres Tempo beim Aufbau staatlicher Ökosysteme für sichere digitale Identitäten: Thomas Jarzombek. (Foto: BS/BMWi/ Tobias Koch)

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) will Personalausweis, Führerschein und andere Dokumente aufs Smartphone bringen. Mit über 50 Millionen Euro fördert das Haus unter Ägide von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier dafür im Rahmen des Innovationswettbewerbes “Schaufenster Sichere Digitale Identitäten” bis zu vier Vorhaben.

Ziel des Wettbewerbes ist es, die Vorteile und Möglichkeiten einer digitalen Ausweisfunktion auf dem Smartphone in den beteiligten Städten und Regionen aufzuzeigen. Im Sinne alltagstauglicher Anwendungen sollen dabei von Beginn an Kommunen und Landkreise sowie die dort lebenden Bürgerinnen und Bürger in die geplanten Entwicklungen mit einbezogen werden. Den Auftakt macht das Projekt IDunion, in dessen Rahmen etwa ein offenes Ökosystem für die dezentrale Identitätsverwaltung errichtet werden soll. Das Vorhaben, das von der Main Incubator GmbH geleitet und in der Rechtsform einer europäischen Genossenschaft aufgebaut wird, soll an verschiedenen Standorten in Deutschland realitätsnahe Anwendungsbeispiele in den Bereichen E-Government, Bildung, Finanzwirtschaft, Industrie, Internet of Things (IoT), E-Commerce, Mobility, Identity Access Management und Gesundheit realisieren. Dafür will das BMWi eine Fördersumme von rund 15 Millionen Euro bereitstellen. 

“Wir sehen zunehmend, dass amerikanische Plattformen mehr und mehr Identifikationslösungen in den Markt drücken. Ich finde es wichtig, dass es auf dem Smartphone eine vom Staat abgesicherte Möglichkeit der Identifizierung gibt, die insbesondere auch ohne kommerzielle Hintergedanken in Bezug auf Nutzerdaten funktioniert”, erläutert Thomas Jarzombek, Beauftragter des BMWi für die digitale Wirtschaft und Start Ups, den Hintergrund der Fördermaßnahme. Vorhaben des Staates hätten in der Vergangenheit zu wenig Nutzerorientierung gezeigt und seien meist zu kompliziert gewesen. Ziel müsse es sein, ein Angebot zu schaffen, dass auch von Unternehmen mit genutzt werden könne und einen festen Platz im Alltag der Menschen erreiche.

Über IDunion hinaus sollen noch bis zu drei weitere Schaufenster gefördert werden, die voraussichtlich ab Mai dieses Jahres starten. Die Projekte hat das BMWi unter Begleitung einer Fachjury aus insgesamt zehn eingereichten Konzepten zu elektronischen Identifikationslösungen ausgewählt. Außerdem hat das BMWi angekündigt, eine aktive Rolle in dem vom Bundeskanzleramt und dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) angestoßenen Projekt “Digitale Identitäten” übernehmen zu wollen. In Ergänzung zu “Sichere Digitale Identitäten” sollen hier ausgewählte Anwendungsfälle und Demonstratoren entwickelt und ein Netzwerk aus eID-Anbietern und großen Anwender-Unternehmen aufgebaut werden. Derart sollen noch in diesem Jahr messbare Fortschritte bei der Nutzung von Online-Ausweisen über das Smartphone erzielt werden. “Wir müssen hier ein deutlich höheres Tempo bei der Umsetzung an den Tag legen und werden als BMWi hier die Entwicklung pushen“, so die Losung Jarzombeks.

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