Weniger Kriminalität verzeichnet

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Im vergangenen Jahr wurden deutlich weniger Einbrüche polizeilich bekannt. Das dürfte auch mit dem verstärkten Homeoffice aufgrund der Corona-Pandemie zusammenhängen. (Foto: BS/Tim Reckmann, www.pixelio.de)

Im Jahr 2020 wurden von der Polizei in Deutschland insgesamt 5.310.622 Straftaten registriert. Das waren 125.779 Straftaten weniger als im Vorjahr. Mit dem Rückgang von 2,4 Prozent setzte sich der Trend des Kriminalitätsgeschehens der letzten Jahre fort. Gleichzeitig stieg im Vergleichszeitraum die Aufklärungsquote von 57,5 Prozent auf 58,4 Prozent.

Einen überdurchschnittlichen Rückgang der Kriminalität im Jahr 2020 meldeten das Saarland (minus 8,5 Prozent) sowie die Länder Baden-Württemberg (minus 6,1 Prozent), Hessen (ebenfalls minus 6,1 Prozent) und Brandenburg (minus 5,1 Prozent). Kriminalitätszuwächse verzeichneten lediglich die Länder Bremen (plus 3,4 Prozent), Sachsen-Anhalt (plus 2,6 Prozent) und Thüringen (plus 9,8 Prozent). Mit einem Anstieg von lediglich 0,3 Prozent bewegte sich das Kriminalitätsgeschehen in Sachsen nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Der relativ hohe Anstieg der Kriminalität in Thüringen entspricht vermutlich nicht den tatsächlichen Gegebenheiten. Bei der Umstellung des Polizeilichen Vorgangsbearbeitungssystems ComVor sollen 2019 rund zehn Prozent der Straftaten nicht in die Statistik eingeflossen sein.

Die zur Eingrenzung der Corona-Pandemie getroffenen Maßnahmen haben die Kriminalitätsentwicklung zahlenmäßig nur mäßig beeinflusst. Einige Deliktsformen weisen zwar signifikante Corona-bedingte Rückgänge auf, dafür boomen aber andere. Auffallend sind zahlreiche neue Spielarten bestimmter Delikte und die vielfache Verlagerung der Kriminalität in die digitale Welt. Neben der tatsächlichen Kriminalitätslage gab es massenweise Falschmeldungen im Zusammenhang mit Corona, die sich schnell über Soziale Netzwerke und Messengerdienste verbreiteten. Die Corona-Pandemie stellte nicht nur Bürger und Sicherheitsbehörden vor neue Herausforderungen, sondern auch so manches kriminelle Milieu. Mit den stetigen Veränderungen der Infektionslage und der damit einhergehenden Fragmentierung der Gegenmaßnahmen war die Lage auch für kriminelle Akteure zeitweise recht unübersichtlich. Sicher ist, dass Lockdowns, Homeoffice, Kontakt- und Reisebeschränkungen sowie Grenzschließungen Einbrechern, Dieben, Räubern und Schlägern das Geschäft erschwerten und auch vermasselten. Viele Menschen arbeiteten von zu Hause aus. Das machte Wohnungseinbrüche riskant. Die Statistik spiegelt dies überzeugend wider. Mancherorts halbierte sich die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle. Bundesweit sind Rückgänge im zweistelligen Prozentbereich zu verzeichnen.

Mehr zum Thema auch im kommenden Behörden Spiegel.

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