BMBF fördert 6G-Technologie

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Bundesforschungsministerin Anja Karliczek spricht von einem “Meilenstein hin zu einem Innovationsökosystem der nächsten Mobilfunkgeneration”. (Foto: BS/Laurence Chaperon)

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) startet eine Forschungsinitiative zum Mobilfunkstandard 6G. Die entsprechende Förderrichtlinie dafür wurde jetzt veröffentlicht. Ziel ist es, die Grundlagen für ein Innovationsökosystem für Kommunikationstechnologien rund um 6G zu schaffen, das den aktuellen 5G-Standard ab 2030 ablösen soll.

Die Fördermaßnahme “6G-Forschungs-Hubs; Plattform für zukünftige Kommunikationstechnologien und 6G” ist Teil der Umsetzung des Zukunfts- und Konjunkturpaketes der Bundesregierung und soll mit rund 200 Millionen Euro gefördert werden. Mit der Forschung zu 6G setze man sich das Ziel, “in der Weltspitze als Technologieanbieter eine führende Rolle einzunehmen und frühzeitig den technologischen Wandel mitzugestalten”, heißt es aus dem BMBF. Zudem leiste die Maßnahme auch einen Beitrag zur Umsetzung der Hightech-Strategie 2025 der Bundesregierung.

Gegenstand der ersten Fördermaßnahme ist laut BMBF die Erforschung von zukünftigen Kommunikationstechnologien, um die nächste Generation mobiler Kommunikation sowie die dafür notwendigen Infrastrukturen technologisch vorzubereiten. Für Forschung, Entwicklung und Transfer von 6G werde ein “ganzheitlicher Ansatz” verfolgt, was nicht zuletzt der Wirtschaft zugutekommen soll. Das geplante 6G-Ökosystem werde darum alle Technologieebenen umfassen. Derart soll am Ende ein Gesamtsystem mit allen erforderlichen Komponenten Gestalt annehmen und im Labor getestet werden. Im Fokus: neue Anwendungen, die gemeinsam mit Unternehmen entwickelt werden sollen. Um möglichst viele Akteure in das geplante Ökosystem zu integrieren, werden offene und überprüfbare Softwareschnittstellen anvisiert.

Maßnahme mit zwei Säulen

“6G-Forschungs-Hubs; Plattform für zukünftige Kommunikationstechnologien und 6G” ruht dabei auf zwei Säulen: den 6G-Forschungs-Hubs und der 6G-Plattform. Setzt erstere auf Forschungsverbünde, in deren Rahmen Hochschulen und Institute gemeinsam auf dem Gebiet 6G arbeiten sollen, ist es Ziel der 6G-Plattform, sämtliche Akteure zu vernetzen und alle Aktivitäten im Bereich 6G zu bündeln. Dabei soll die Plattform eine Art Dachprojekt sein, aus dem die Entwicklung stets aufs Neue angetrieben werde. Sie soll im Rahmen der 6G-Initiative übergeordnete Fragestellungen zur Erforschung und Entwicklung der Grundlagen für einen zukünftigen 6G-Standard in enger Kooperation mit den “6G-Forschungs-Hubs” bearbeiten und koordinieren.

“Wir müssen jetzt schon an das Übermorgen denken und neue Schlüsseltechnologien und Standards in den Kommunikationstechnologien von Beginn an mitgestalten”, so Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Die digitale Transformation habe sich beschleunigt und damit die Notwendigkeit einer starken Netzinfrastruktur nochmals unterstrichen. Mit 6G werde die mobile Datentechnologie der Zukunft etabliert, was die Kommunikation im nächsten Jahrzehnt “revolutionieren” werde, erklärt Karliczek weiter. Verglichen mit der aktuellen 5G- gewährleiste die 6G-Technologie eine Übertragung, die mehr als hundert Mal so schnell sei. Nicht nur für Bürgerinnen und Bürger, sondern auch für die Industrie und Landwirtschaft berge das enorme Potenziale, die es zu heben gelte.

Zusätzlich zu “6G-Forschungs-Hubs; Plattform für zukünftige Kommunikationstechnologien und 6G” sind laut BMBF noch weitere Maßnahmen der 6G-Intiative für das laufende Jahr geplant. Finanziert werden sollen die Investitionen durch das Zukunftspaket der Bundesregierung, aus dem insgesamt 685 Millionen Euro allein in die 6G-Forschung fließen.

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