“Homeoffice ist da, um zu bleiben”

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Das BSI befragte in einer bundesweiten repräsentativen Umfrage 1000 Unternehmen zu ihrer Homeoffice Situation. Befragt wurden explizit nur diejenigen Unternehmen, welche mindestens drei Mitarbeitende beschäftigen und aktuell Mitarbeitende im Home-Office haben. (Foto: Screenshot, BS/BSI)

In einer vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) veröffentlichten Studie über die Nutzung und die IT-Gefahren von Homeoffice, zeigt sich eine klare Tendenz: Homeoffice ist kein kurzfristiger Trend, die meisten Unternehmen möchten das Angebot aufrechterhalten oder ausbauen. Kritisiert wird vor allem die IT-Sicherheit am häuslichen Arbeitsplatz. Hier ist noch viel Nachholbedarf.

Im Gesamtdurchschnitt arbeiten etwa 64 Prozent der Befragten voll oder teilweise im Homeoffice. Aktuell wird in rund 42 Prozent der Unternehmen auf unternehmenseigene IT zurückgegriffen. Vor allem Kleinstunternehmen nutzen überwiegend private IT-Sicherheit. Das BSI empfiehlt, langfristig auf den Einsatz privater IT zu verzichten und auf sichere IT-Lösungen zuzugreifen.

Die Autorin der Studie Agnieszka Pawlowska, ruft zu besseren Sicherheitsmechanismen auf: “Die meisten Unternehmen haben einen guten Passwortschutz, nutzen allerdings kein VPN und auch die Mehrfaktorauthentifizierung wird nicht so genutzt, wie wir es uns wünschen würden.” Auch die Ausgaben für IT-Sicherheitssoftware ist ausbaufähig. Über 50 Prozent der Unternehmen investieren weniger als 10 Prozent der IT-Ausgaben in Cyber-Sicherheit. Hier empfiehlt das BSI, mindestens 20 Prozent zu veranschlagen.

Arne Schönbohm, Präsident des BSI, weist vor allem auf die Gefahren von Cyber-Attacken hin: “Jedes vierte Unternehmen was einen Cyber-Angriff erlebt hat, hat schwerwiegende oder sogar existenzbedrohende Schäden davongetragen. Jeden Tag werden etwa 320.000 neue Schadprogramme im digitalen Raum registriert. Wir beobachten auch, dass die IT-Sicherheit lange ein Fachthema war und es lange nicht aus der Fachebene in die Entscheidungsebene angekommen ist. Hier sehen wir aber einen kontinuierlichen Entwicklungsprozess.” Achim Berg, Präsident des Branchenverbands Bitkom weist vor allem auf die steigende Professionalität der Cyber-Attacken hin: “Die Qualität der Angriffe wird höher, auch Phishing und Ransomware wird immer beliebter.” Vor allem die staatlich-finanzierten Hacker-Angriffe aus Ländern wie China, Russland und dem Iran bereiten dem Bitkom Chef Sorgen. “Cyber-Sicherheit muss endlich Chefsache werden” so Berg.

Corona hat aber auch seine positiven Nebenerscheinungen. Rund ein Drittel der Unternehmen haben aufgrund der besonderen Situation Digitalisierungsprojekte zeitlich vorgezogen oder neu geplant. Vor allem IT-Programme, die im Homeoffice genutzt werden können – wie Video-Konferenz-Systeme – wurden besonders häufig eingeführt.

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